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Mädchen schreibt auf einem Blatt
© CC0 / Pexels.com
Offenbach wächst und mit steigenden Schülerzahlen steigt auch der Förderungsbedarf der jüngsten Offenbacherinnen und Offenbacher. Derzeit bieten zehn Offenbacher Grundschulen Vorklassen an. Drei weitere Grundschulen (Anne-Frank-Schule, die Grundschule Buchhügel und die Waldschule Tempelsee) haben bereits ihren Bedarf für das kommende Schuljahr angemeldet und möchten Vorklassen einrichten.

Unter der Voraussetzung, dass die Stadtverordneten und das Kultusministerium dem Magistratsbeschluss vom 21. April 2021 zur Ergänzung des Schulentwicklungsplans 2013 zustimmen, können zum kommenden Schuljahr an allen Offenbacher Grundschulen Vorklassen eingerichtet werden. Die Bedingungen zum Vorklassenstandort erfüllen die Grundschulen, sofern sie einen entsprechenden Raum zur Verfügung stellen können und mehr als zehn Kinder die Förderung in einer Vorklasse benötigen. Die Größe der Vorklasse ist auf maximal 20 Schülerinnen und Schüler beschränkt. In den Grundschulen der Stadt Offenbach besuchen in der Regel zwölf bis 15 Kinder eine Vorklasse. Die Leitung obliegt einer Sozialpädagogin oder einem Sozialpädagogen. Die dafür vorgesehene Stelle wird aus Landesmitteln finanziert, wie die übrigen Lehrkräfte auch.

Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß freut sich über den Magistratsbeschluss:“ Für sieben weitere Offenbacher Grundschulen haben wir eine Möglichkeit geschaffen, zu Vorklassenstandorten zu werden. Damit können wir Kinder bestmöglich in der Entwicklung der Schulreife unterstützen und ihnen helfen, die Anforderungen in der Grundschule zu meistern. Bildung ist ein Menschenrecht und der Schlüssel zur Entwicklung der persönlichen Chancen eines jeden einzelnen. Es ist mir wichtig, dass wir allen Kindern den Weg zur Bildung ebnen.“

Hintergrund

Die Schulpflicht wurde in Deutschland im Jahr 1919 eingeführt. Kinder müssen ausnahmslos zu einem bestimmten Zeitpunkt die Schule besuchen. In Hessen werden alle Kinder in dem Jahr eingeschult, in dem sie bis zum 30. Juni sechs Jahre alt werden. Es ist aber möglich, dass sie ein Jahr zurückgestellt werden, sofern sie nicht die erforderliche Schulreife besitzen. Jedoch müssen die Kinder eine Bildungseinrichtung besuchen. Hier kommen Vorklassen zum Einsatz.

Die Kinder, die Vorklassen besuchen, sind oft in psychomotorischen, sozialen, kognitiven oder emotionalen Bereichen entwicklungsverzögert. Die pädagogische Arbeit verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und greift die Erlebniswelt der Kinder auf. Vorklassen unterstützen Kinder im Zusammenspiel ihrer Sinne, ihrer Motorik und ihrer Sprachentwicklung und erleichtern ihnen den Übergang in die Grundschule. In der Regel verbringen die Kinder ein komplettes Schuljahr dort. Dennoch kann der Wechsel in die erste Klasse zu pädagogisch sinnvollen Zeiträumen jederzeit erfolgen, wenn das Kind aufgrund der gezielten Förderung Lernfortschritte erzielt, die es ermöglichen, erfolgreich im ersten Schuljahr mitzuarbeiten. Um dies herauszufinden, sind in Absprache mit den Eltern Hospitationen in den ersten Klassen möglich.

In Offenbach bieten zurzeit folgende zehn Grundschulen Vorklassen an: Beethovenschule, Eichendorffschule, Goetheschule, Hafenschule, Humboldtschule, Lauterbornschule, Mathildenschule, Schule Bieber, Uhlandschule sowie Wilhelmschule.

Die sieben weiteren Grundschulen, die zum Schuljahr 2021/2022 Vorklassen anbieten könnten, sind: Anne-Frank-Schule, Ernst-Reuter-Schule, Friedrich-Ebert-Schule, Grundschule Buchhügel, IGS Lindenfeld, Geschwister-Scholl-Schule (mit Angliederung der Grundschule Standort Mauerfeldstraße 2022/2023) und die Waldschule Tempelsee

12. Mai 2021