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Kinder mit Molch
© georg-foto
Wenn demnächst in Kindergärten und Grundschulen ungewöhnliche Experimente stattfinden, dann liegt das vielleicht an einer Fortbildung: Rund 50 Erzieher/-innen und Lehrkräfte aus Offenbacher Kitas und Grundschulen beschäftigten sich mit naturwissenschaftlichem Lernen am Übergang Kita und Grundschule.

„Kleine Kinder erforschen mit so viel Spaß ihre Lebenswelt. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder in ihren Lernprozessen zu begleiten und ihre Begeisterung zu erhalten“, begrüßte Paul-Gerhard Weiß, Bildungsdezernent der Stadt Offenbach, die Teilnehmenden des Fachnachmittags in der Waldschule Tempelsee. Eingeladen hatte der Beirat „Übergang Kita/Grundschule“ gemeinsam mit der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung. Naturwissenschaftliche Lernprozesse bei Kindern und deren Förderung standen auf dem Programm.

Gemeinsame Fortbildungen und Übergangskonferenzen für die beiden Professionen hätten mittlerweile Tradition. Offenbach habe früh deren Bedeutung erkannt. „Bereits 2008 haben die Stadt und das Staatliche Schulamt vereinbart, gemeinsame naturwissenschaftliche und sprachliche Förderangebote am Übergang von der Kita in die Grundschule zu ermöglichen“, so der Bildungsdezernent.

Mit eigenen Forschungsergebnissen belegte Prof. Ilonca Hardy in ihrem einführenden Vortrag, wie sich naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit wachsendem Alter bei Kindern vertiefen. Naturwissenschaftliche Bildungsprozesse und deren sprachliche Förderung zählen zu den Forschungsschwerpunkten der Professorin am Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe an der Goethe-Universität Frankfurt. Den größten Erfolg verspricht, so bilanzierte die Referentin, eine aufeinander aufbauende Förderung – von der Kita über die Grundschule bis zur Sekundarstufe. Dazu hat sie mit anderen Wissenschaftlern so genannte „Spiralcurricular“ entwickelt, d.h. Lernmaterialien bauen wie eine Spirale aufeinander auf und ermöglichen ein bildungsstufenübergreifendes Lehren und Lernen.

Im Anschluss experimentierten die Teilnehmenden zu „Schwimmen und Sinken“ sowie „Magnetismus“. Geleitet wurden die Workshops von Prof. Ilonca Hardy und Tobias Ziegler, der zum Thema „Erfassung naturwissenschaftlicher Kompetenzen im Kindergarten“ promoviert. Beide hatten zahlreiche Lernmaterialien mitgebracht und informierten über ihren Einsatz und ihre didaktischen Ziele in Kita und Grundschule. Auch die Bedeutung lebendiger Lernumgebungen spielte dabei eine Rolle. Die Resonanz der Teilnehmenden auf den Fachnachmittag fiel positiv aus, insbesondere das gemeinsame Ausprobieren kam gut an.

Der Fachnachmittag wurde von der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung und dem Beirat „Übergang Kita/Grundschule“ veranstaltet. Die an der vhs Offenbach angesiedelte Fachstelle arbeitet für mehr Transparenz und Kooperation in der kommunalen Bildungslandschaft. Der Beirat ist das Fachgremium, das sich mit der Gestaltung des Übergangs Kita/Grundschule in der Stadt Offenbach beschäftigt. Der Beirat besteht aus Vertreter/-innen des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO), Grundschulen, Staatlichem Schulamt und Freien Trägern von Kitas.

Offenbach am Main, 11. Oktober 2017