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Beim sogenannten „Digitalpakt“ – einem milliardenschweren Programm des Bundes und Landes zur Finanzierung der Digitalausstattung an den Schulen - gibt es zwei wichtige Ergänzungen.

Zum einen werden jetzt auch den Lehrern Tablets als Leihgeräte zur Verfügung gestellt. Eigentlich ist die Ausstattung der Lehrkräfte mit solchen Dienstgeräten keine Aufgabe der Stadt. Die kommunalen Spitzenverbände hatten dem Land aber die Bereitschaft signalisiert die Anschaffung zu übernehmen, damit schnell gehandelt werden kann, teilt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß mit, der aktuell als Interimsvorsitzender beim Schulausschuss des Städtetages fungiert. Offenbach habe hierfür 934.387 Euro erhalten und sofort in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt Geräte bestellt, die auch mit der übrigen Digitalausstattung kompatibel sind.

Für eine weitere wichtige Aufgabe ist jetzt den Schulträgern neues Geld aus dem Digitalpakt in Aussicht gestellt worden: Die Stadt kann mit gut einer Million Euro rechnen, um einen verstärkten IT-Support an den Schulen zu organisieren. Bis hierfür neue Mitarbeiter eingestellt werden können, wird das Stadtschulamt versuchen, die Dienstleistungen einzukaufen. Weiß macht aber deutlich, dass das Geld bei weitem nicht ausreichen werde, um die erforderlichen Leistungen an den Schulen auf Dauer erbringen zu können. „Um den IT-Support für alle Neuanschaffungen an allen Schulen künftig erbringen zu können, brauchen wir 16 neue Mitarbeiter. Das Geld reicht da nicht lange aus. Hier muss eine dauerhafte Finanzierung sichergestellt werden, denn die Bereitstellung von Lernmitteln – ob analog oder digital – ist ebenfalls Landesaufgabe. Das darf nicht bei den Schulträgern hängenbleiben.“

Der „Digitalpakt“ war nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern im Jahre 2020 an den Start gegangen, um den Einbau von W-LAN, digitaler Präsentationstechnik und Tablets für alle Schulen zu finanzieren. „Obwohl wir als erster Schulträger in Hessen sofort Mittel beantragt und schnellstmöglich mit Ausschreibungen, Vergaben und Arbeiten begonnen haben, kam der Digitalpakt für die Pandemie zu spät“, so Weiß. Immerhin hätten mehr als 3000 Tablets für Schüler bereitgestellt werden können und der Einbau von WLAN laufe auf Hochtouren. Thomas Löhr, Leiter des Stadtschulamts, betont: „Zum Glück hatten wir in Offenbach schon vorher alle Schulen an das Glasfasernetz angebunden und so die Voraussetzungen geschaffen, das Programm sinnvoll umsetzen zu können. Deshalb kommen wir auch schneller voran als viele andere. Aber der bauliche Aufwand ist immens“. Insgesamt habe die Stadt jetzt Fördermittel von 13 Millionen Euro in Baumaßnahmen, Anschaffungen oder Dienstleistungen umzusetzen. Das Geld sei als Voraussetzung natürlich wichtig, die Abarbeitung aber eine enorme Herausforderung, die mit höchster Priorität erfolge.

11. März 2021