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© Urban Media Project

Zwei Tage volles Programm beim Bücherfest 2021 in der Klima- und Wetterwerkstatt

Die Tage werden kürzer und wir können uns langsam wieder auf gemütliche und fesselnde Leseabende in den heimischen vier Wänden freuen. Anregungen für die Lektüre liefert das jährlich stattfinde Bücherfest, das in diesem Jahr am Samstag, den 23. Oktober und Sonntag, den 24. Oktober bei kostenfreiem Eintritt in die Innenstadt einlädt.

Hier werden in gemütlicher Atmosphäre Lesungen, wie auch eine spannende Diskussion zum Thema Konsum und Nachhaltigkeit stattfinden, weshalb das Bücherfest in diesem Jahr in die neue Klima- und Wetterwerkstatt in der Offenbacher Innenstadt gezogen ist. Bereits im letzten Jahr wurde sehr erfolgreich der Abend zu einem aktuellen Diskurs eingeführt und in diesem Jahr geht es um das Thema Nachhaltigkeit und darum, wie man neue Wege gehen kann und was uns überhaupt antreibt zu konsumieren. Aufschluss liefern da Annette Kehnel mit Ihrem Buch "Wir konnten auch anders".

Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit, die einen historischen Blick liefert, der uns neu auf das Heute blicken lässt verspricht uns Carl Tillessen mit seinem Buch "Konsum - Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen", das u.a. einen psychologischen und sehr aufschlussreichen Blick auf unsere Konsumgewohnheiten wirft.

Der Sonntag findet wie gewohnt mit Lesungen von vier Autor:innen statt, die ihre Werke vorstellen und den Leseherbst einläuten. Und wenn wir schon von Gemütlichkeit reden, natürlich gibt es auch wieder Kaffee, Kuchen und andere Schmankerl. Es darf also geschmökert werden.

In den Räumlichkeiten der Klima- und Wetterwerkstatt lesen Autorinnen und Autoren dann wie gewohnt am Sonntag, den 24. Oktober unter dem Motto „Krimi“ und „Herbstauslese“ aus ihren Werken vor. Mit dabei sind Gerhard Henschel, Simone Buchholz, Johanna Adorján und Susann Pásztor.

Veranstaltungsort

Klima- und Wetterwerkstatt Rathaus Plaza in der Frankfurter Straße 39 63065 Offenbach

Samstag, 19:00 Uhr, Prof. Dr. Annette Kehnel: Wir konnten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

Portrait der Autorin
Annette Kehnel, Autorin © Frank Post

Biografie

Prof. Dr. Annette Kehnel studierte Geschichte und Biologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, am Somerville College Oxford und an der LMU München. Ihr Promotionsstudium am Trinity College Dublin widmete sie der Erforschung irischer Klostergemeinschaften und arbeitete dann an der TU Dresden, wo sie sich im Jahr 2004 habilitierte. Seit 2005 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Mannheim. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zu ihren Forschungsschwerpunkten Kultur- und Wirtschaftsgeschichte und der historischen Anthropologie vorgelegt.

Wir konnten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

Unser wirtschaftliches Denken – über Konsum, Kapital, Profit – stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Und ist unbrauchbar geworden. Wie die Historikerin Annette Kehnel in ihrem Buch anhand lebendig erzählter Beispiele aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit deutlich macht: Ein Blick auf die Geschichte der Menschheit offenbart Anregungen für unsere Zukunft jenseits von Gewinnstreben und Eigennutz. Dörfer, die Sharing Economy betrieben, Zisterzienserinnen, die recycelten, die Erfolgsrezepte der ‚Tandlerinnen‘ und die Ökonomie des Gebrauchtwarenhandels. Teilen, tauschen und nachhaltig handeln: Eine Reise in unsere Vergangenheit, die Lust auf Veränderung macht.

Samstag, 19:45 Uhr, Carl Tillessen: Konsum - Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen

Portrait des Autors
Carl Tillessen, Autor © Martin Mai

Biografie

Carl Tillessen ist ein Trendanalyst, Berater, Autor, Designer und Dozent für Mode. Er lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. In 25 Jahren hat er die Luxusbranche von allen Seiten kennengelernt: Fashion und Business, angestellt und selbständig, Handwerk und industrielle Produktion, Einkauf und Verkauf, Großhandel und Einzelhandel, online und stationär, Front Row und Back Stage, Theorie und ganz, ganz viel Praxis. Abgeschlossenes Studium der Kunstgeschichte und der Betriebswirtschaftslehre, Geschäftsführung und Kreative Leitung der eigenen Modemarke, Trendanalyst und Unternehmensberater... Es geht immer darum, sowohl die schöpferische, als auch die kaufmännische Seite im Blick zu haben.

Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen

"Wenn ich in diesem Buch darüber schreibe, wie wir konsumieren, dann meine ich wir und dann meine ich auch mich selbst. Ich kann nicht behaupten, dass mir irgendeiner der hier beschriebenen Auswüchse unseres Konsums fremd wäre. Vielmehr gibt es in diesem gesamten Buch keinen einzigen Auswuchs, bei dem ich mich nicht schon selbst ertappt hätte. Ich bin Teil des Systems. Ich bin privat Teil des Systems. Und ich bin beruflich Teil des Systems. Und daran wird sich auch nichts ändern. Ich bin kein Aussteiger. Aber: Je mehr ich mich mit unserem Konsum beschäftige, desto öfter habe ich das Gefühl, von außen auf unsere Konsumkultur zu blicken, wie jemand, der aus einer ganz anderen Kultur kommt – der zum Beispiel in einem ganz anderen Wirtschaftssystem aufgewachsen ist oder in einem sehr viel ärmeren Land. Ich kann nachvollziehen, dass solche Menschen unseren Lebensstil dekadent finden und unseren Konsum krankhaft."

Sonntag 14:00 Uhr, Gerhard Henschel: Soko Fußballfieber

Autor im schwarzweiss portrait
Autor Gerhard Henschel © Quast

Biografie

Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser. Schauerroman ist der neunte Teil dieser Chronik. Henschel ist außerdem Autor der SoKo-Krimis Heidefieber und Fußballfieber sowie zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K. Glaser-Preis ausgezeichnet.

Soko Fußballfieber

Nach SoKo Heidefieber: Der Wahnsinn geht weiter, jetzt muss die FIFA dran glauben.
Vier Fifa-Funktionäre sterben eines gewaltsamen Todes: in Uelzen, in Seoul, in einem argentinischen Nationalpark und in Piräus. Und das ist erst der Auftakt einer Serie grausamer Morde. In Athen tritt eine internationale Sonderkommission zusammen, der sich auch Kommissar Gerold Gerold und Kommissarin Ute Fischer aus Uelzen anschließen. Wie sich zeigt, helfen in diesem Fall nur außergewöhnliche Methoden. Kommissarin Fischer wird als verdeckte Ermittlerin in die Zürcher Fifa-Zentrale eingeschleust, und Kommissar Gerold verfolgt eine Spur, die ihn nach Hannover, Greetsiel, Casablanca und immer weiter um die Welt führt. Währenddessen kämpft der deutsche Dichter Thomas Gsella sich durch den Mittleren Osten, bis sich in Asien ein mörderischer Showdown anbahnt. Können Gsella, Gerold und die Fischerin die größte Katastrophe der Fußballgeschichte verhindern?

Sonntag 15:00 Uhr, Simone Buchholz: River Clyde

Autorin
Autorin Simone Buchholz © Gerald von Foris

Biografie

Simone Buchholz, geboren 1972 in Hanau, zog 1996 nach St. Pauli, wegen des Wetters. Sie wurde auf der Henri-Nannen-Schule zur Journalistin ausgebildet und schreibt seit 2008 Kriminalromane. Für ihre Chastity-Riley-Reihe wurde sie mit dem Radio-Bremen-Krimipreis, dem Crime Cologne Award, dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

River Clyde

Staatsanwältin Chastity Riley haut ab nach Glasgow. Da ist nämlich erstens dieser Brief von einem Anwalt, der sie in die Geburtsstadt ihres Ur-Urgroßvaters lockt. Und zweitens ist ihr Leben in Hamburg in einer traurigen Sackgasse angelangt. In der rauen, schottischen Stadt trifft sie auf Tom, der den Schlüssel zum Familiengeheimnis der Rileys kennt – einem Panorama aus Gewalt und Verlust. Davon hatte sie zwar immer eine Ahnung, aber sie hat nie gewagt, sich den schmerzhaften Wahrheiten über sich selbst zu stellen. Jetzt helfen ihr ausreichend Whisky und ein paar Gespenster dabei, es doch zu tun.

Sonntag 16:00 Uhr, Johanna Adorján: Ciao

Johanna Adorján, Journalistin, Schriftstellerin, Berlin, Februar 2021
Autorin Johanna Adorján © Urban Zintel

Biografie

Johanna Adorján, geboren 1971 in Stockholm, wuchs in München auf und studierte Theater- und Opernregie. Seit 1994 arbeitet sie als Journalistin, ab 2001 fürs Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, heute für die „Süddeutsche Zeitung“. Ihr erstes Buch, der Bestseller „Eine exklusive Liebe“, erschien 2009 und wurde in 16 Sprachen übersetzt. 2013 folgte der Erzählungsband „Meine 500 besten Freunde“, 2016 ihr Roman „Geteiltes Vergnügen“, 2019 ihr Buch „Männer“. Johanna Adorján lebt in Berlin.

Ciao

Johanna Adorján entwirft mit ihrem Roman eine Gesellschaftssatire, die extrem komisch ist und gleichzeitig ernsthaft gegenwärtig. Ist der Untergang des alten weißen Mannes beschlossene Sache oder sollte man mit dieser Spezies doch gnädig sein? Hans Benedek, einst ein gefragter Feuilletonist, hat seinen Bedeutungsverlust selbst noch gar nicht realisiert. Er wähnt sich weiterhin als Mann von beträchtlichem Einfluss, glaubt, dass alle Welt die Ohren spitzt, wenn er einen Gedanken formuliert. Aber die Zeichen mehren sich, dass sich etwas verändert hat. Seine ständigen Affären mit Praktikantinnen sind nicht mehr so unbeschwert wie noch vor einigen Jahren. Seine Tochter beschimpft ihn als Mörder, da er immer noch Bacon zum Frühstück isst. Als seine Frau ihn auf die Idee bringt, ein Portrait über die gefragteste junge Feministin des Landes zu schreiben, wittert Hans seine Chance. Doch die Begegnung mit ihr wird Hans in einen Abgrund von bisher ungekannter Tiefe stürzen. Ein Roman über Menschen, über die die Zeit hinweggegangen ist. Über Leute von gestern im heutigen Leben. Übers Älterwerden. Und ein bisschen auch über die Liebe.

Sonntag 17:00 Uhr, Susann Pásztor: Die Geschichte von Kat und Easy

Portrait
Die Autorin Susann Pásztor © Ralf Hiemisch

Biografie

Susann Pásztor, geboren 1957 in Soltau, studierte Kunst und Pädagogik. Bekannt geworden ist sie durch ihren ersten Roman, „Ein fabelhafter Lügner“ (2010), der in mehrere Sprachen übersetzt und für den sie mit dem Berthold-Auerbach-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Die Handlung ist von der Geschichte ihrer eigenen jüdisch-ungarischen Familie inspiriert. Ihr zweiter Roman, „Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts wurde 2013 veröffentlicht. In ihrem dritten Roman, „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ (2017), beschäftigt sie sich – eingebettet in die Beschreibung einer Vater-Sohn-Beziehung – mit dem Thema Sterbebegleitung, hierfür erhielt sie den Evangelischen Buchpreis. Nach einer Ausbildung durch die Stiftung Lazarus-Diakonie Berlin ist Pásztor seit Anfang der 2010er-Jahre selbst im ambulanten Hospizdienst ehrenamtlich tätig und lebt in Berlin wo sie heute als Illustratorin, Autorin und Übersetzerin arbeitet.

Die Geschichte von Kat und Easy

Ein Roman über das Leben, wie es hätte sein können – und vom großen Glück, dass es anders gekommen ist als gedacht. Sie sind nicht mehr die Teenager, deren Freundschaft vor einem halben Jahrhundert auf tragische Weise endete. Das wissen Kat und Easy, als sie sich auf Kreta treffen. Aber wer sind sie jetzt, und wer waren sie damals? 1973 wird ihr Jahr. Das schwört Kat ihrer Freundin Easy in der Silvesternacht, und nicht nur, weil sie bekifft sind. In den folgenden Monaten können sie viel von dem abhaken, was auf ihrer Liste steht. Sich zu verlieben, zum Beispiel. Unglücklicherweise in denselben Mann: Fripp arbeitet im Jugendzentrum, trägt karierte Hemden und kennt sich mit Hesse aus. Doch es ist nicht etwa die Eifersucht, die ihrer Freundschaft bald darauf ein jähes Ende setzt, sondern ein tragischer Unfall. Fast fünfzig Jahre später erhält Kat, die einen erfolgreichen Blog für Lebensberatung führt, eine Nachricht von Easy.

Programm

Samstag 23.10 ab 19:00 bis ca. 21:15

Diskursabend Konsum und Nachhaltigkeit

19:00 Uhr, Prof. Dr. Annette Kehnel: Wir konnten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

19:45: Carl Tillessen: Konsum - Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen

20:30 Gespräch mit den beiden Autor:innen

Sonntag 24.10.2021 ab 14:00 bis ca. 18:00 Uhr

Krimi und Thriller

14:00 Uhr, Gerhard Henschel: Soko Fußballfieber

15:00 Uhr, Simone Buchholz: River Clyde

 

Herbstauslese

16:00 Uhr, Johanna Adorján: Ciao

17:00 Uhr, Susann Pásztor: Die Geschichte von Kat und Easy

Eintritt Frei

Klima- und Wetterwerkstatt, Rathaus Plaza in der Frankfurter Straße 39, 63065 Offenbach

 

Bitte beachten Sie: Der Besuch der Lesung ist kostenfrei, jedoch gilt die 3g-Regelung, d.h. Sie müssen entweder geimpft, genesen oder getestet (nicht älter als 24 Stunden) sein. Im Rahmen der Pandemie-Schutzmaßnahmen kann es aber zu einer Beschränkung der Besucherzahlen kommen.

Kooperationen und Förderung

Die Veranstaltung ist Teil des Leselands Hessen und wird durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft, die Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen und dem HR2 unterstützt.