Sprungmarken
Suche
Suche

Kind malt an einer Staffelei in einer EKO-Kita
© Stadt Offenbach / EKO (ac)
Bis 2025 plant die Stadt 803 neue Krippenplätze, 863 Kitaplätze und 658 Hortplätze.

Offenbach ist in den zurückliegenden Jahren stark gewachsen, und Offenbach ist eine Stadt mit junger Bevölkerung. Damit geht ein steigender Bedarf an Kinderbetreuungsangeboten einher. Als Grundlage für die Schaffung weiterer Betreuungsangebote hat der Magistrat in dieser Woche den vom Jugendamt erarbeiteten und von Kinder- und Jugenddezernentin Sabine Groß vorgelegten Kitaentwicklungsplan beschlossen. Dieser sieht im Kindergartenbereich bereits ab 2022 eine Vollabdeckung der Betreuungsbedarfe vor. Bis 2025 soll das Angebot im Krippenbereich um insgesamt 803 Plätze ausgeweitet werden, im Kitabereich um 863 Plätze und im Hortbereich um 658 Plätze. Mit der Umsetzung dieser Planung würden die von der Stadt gesetzten Betreuungsquoten für die jeweiligen Angebotssegmente bis 2025 abgedeckt. Die Erfüllung der Rechtsansprüche wird sichergestellt und ein bedarfsorientiertes Angebot zur Deckung der tatsächlichen Nachfrage vorgehalten.

Anhand der Bevölkerungsentwicklung der vergangenen acht Jahre hat die Jugendhilfeplanung des Jugendamtes die Bevölkerung fortgeschrieben und mit Hilfe des städteplanerischen Bebauungsplans den zu erwartenden Zuzug durch geplante Neubebauung ergänzt.

Daraus ergibt sich im Bereich Kindergarten stadtweit ein Bedarf an 655 neuen Plätzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts führen bereits Gespräche über den konkreten Ausbau von 863 Plätzen. Bereits 2022 wird der Bedarf gemäß Stadtverordnetenbeschluss von 2011 gedeckt sein. „Jedes Kind wird dann in unserer Stadt sicher einen Platz im Kindergarten haben“, so die Kinder- und Jugenddezernentin Sabine Groß. Die enthaltenen 208 Plätze sind zusätzliche Plätze, die für Inklusionskinder geplant werden. Die Inklusion von Kindern mit Behinderung ist mir ein wichtiges Anliegen und wir wissen aus der aktuellen Entwicklung, dass die Zahl sogenannter Integrationsplätze für die Betreuung von behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern steigt. Wenn Kinder mit Behinderung in einer Gruppe sind, wird die Gruppengröße reduziert. Ich habe darauf geachtet, dass wir das entsprechend in der Planung berücksichtigen“, so Sabine Groß.

Der Ausbaubedarf bis 2025 im Bereich der Krippen beträgt insgesamt 803 Plätze, von denen für 469 Plätze schon konkrete Planungen oder Gespräche mit zukünftigen Trägern durchgeführt werden.

Für Kinder im Grundschulalter werden insgesamt weitere 658 Plätze in einem Hort oder einer Ganztagsklasse benötigt. Hier sind die Mitarbeiter des Jugendamtes bereits in Gespräche und Planungen zu 150 neue Plätze. Für dieses Alterssegment bleiben zudem die Rahmenbedingungen für die konkrete Ausgestaltung des Rechtsanspruchs an Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter abzuwarten.

Bezogen auf die einzelnen Stadtgebiete wirken sich die Bedarfe an zusätzlichen Betreuungsplätzen unterschiedlich aus. Hier wurde eine kleinräumige Regionalverteilung nach fünf Planungsregionen vorgenommen. Dies soll es den Trägern der Kindertagesstätten ermöglichen, ein wohnortnahes Angebot an Kindertagesstätten- bzw. Tagespflegeplätzen vorzuhalten. „Damit entspricht die Planung dem Motto: kurze Beine, kurze Wege“, erläutert Groß.

Die Kita-Planung weist nicht nur die Betriebskosten für die bereits vorhandenen Kita-Plätze und die sich in konkreter Umsetzungsplanung befindenden Plätze aus. Kalkuliert werden vielmehr auch die Betriebskostenzuschüsse, die anfallen würden, wenn alle weiteren Plätze geschaffen würden, die zur Erfüllung der jeweiligen Versorgungsquoten in den verschiedenen Alterspopulationen und Gruppenarten notwendig sind. In diesem Fall würden die Betriebskostenzuschüsse um ca. 29,4 Mio. Euro bis 2025 auf dann knapp 83,9 Mio. Euro steigen.

„Wir wissen aus dem Erziehungs- und Bildungsbericht um die Bedeutung vom Besuch einer Kita für Kinder. Dieser spielt für viele Kinder unserer Stadt eine große Rolle bei der Frage, ob sie gut gewappnet in die Schule gehen. Die Kinder dieser Stadt sind die Zukunft dieser Stadt. Unsere Stadt wächst und es ist wichtig, dass das Kinderbetreuungsangebot entsprechend mitwächst. Mit unserer Planung und der damit einhergehenden Kostensteigerung bei den Betriebskostenzuschüssen signalisieren wir die Bereitschaft von Investitionen in die Zukunft Offenbachs“, stellt Sabine Groß abschließend heraus. Die Umsetzung dieses Vorhabens wird sicher anspruchsvoll. „Da wir mindestens im Kindergartenbereich schon im nächsten Jahr Volldeckung erreichen, bin ich zuversichtlich, dass wir die gesetzten Ziele erreichen können“, so Groß. Herausfordernd ist die Planung nicht nur in Bezug darauf, dass geeignete Grundstücke und Immobilien dafür gefunden werden müssen, sondern auch die Suche nach qualifiziertem Personal wird nicht einfach werden. Dafür spielen auch attraktive Ausbildungsangebote eine große Rolle.

5. März 2021