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Gegen Altersarmut von Frauen, gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, für eine gerechte Entlohnung und Arbeitszeitmodelle: Die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft der hessischen Frauen- und Gleichstellungsbüros sind nicht neu, aber im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl besonders laut – mit einer Aktion macht sich das Frauenbüro am Samstag, 18. September 2021, zwischen 11 und 14 Uhr im Vorfeld der Bundestagswahl gemeinsam mit dem DGB Offenbach nochmals für die stärkere Fokussierung der Gleichstellung der Geschlechter stark.  „Das Frauenbüro setzt sich mit vielen Aktionen fortlaufend für das Erreichen dieser Forderungen hier in Offenbach ein“, erklärt die Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Dr. Inga Halwachs, die mit Vertreterinnen und Vertretern des DGB Offenbach in der Frankfurter Straße auf der Höhe Löwenapotheke informieren, für Ungleichheiten sensibilisieren und ins Gespräch kommen möchte. Außerdem haben alle Interessierte die Möglichkeit, weitere Forderungen auf die Straße zu bringen und „anzukreiden“. 

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke unterstützt die Aktion, denn: „Gleichstellung ist ein unverzichtbares Element unserer Gesellschaft. Deshalb sind Aktionen wie die des Frauenbüros wichtig, um auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen.“ Vor allem im Vorfeld der Bundestagswahl, einem Gremium, dessen Frauenanteil aktuell 30,7 Prozent beträgt, zum Vergleich: im vorherigen Bundestag waren es immerhin 37,3 Prozent. Gertrud Marx, Vorsitzende der Gleichstellungskommission, appelliert daher an die Wählerinnen und Wähler, jede Gelegenheit, sich zu informieren zu nutzen: „Gehen Sie wählen und stärken Sie Frauenrechte mit Ihrer Wahlentscheidung. Denn nur eine starke politische Vertretung hilft, um gegen die gravierenden geschlechtsspezifischen Unterschiede vorzugehen.“

Die Forderungen, die vom Frauenbüro Offenbach in Kooperation mit den DGB-gewerkschaften Region Südhessen auf die Straße gebracht werden im Einzelnen:  

1. Soziale Berufe und personennahe Dienstleistungen aufwerten

Bis zu 95% dieser Berufe werden von Frauen ausgeübt, mit belastenden Arbeitsbedingungen und niedrigen Verdienstmöglichkeiten.

2. Altersarmut von Frauen bekämpfen

Frauen bekommen nur ca. die Hälfte der Rente im Vergleich zu Männern. Dies reicht oft nicht zum Leben, weshalb hauptsächlich Frauen von Altersarmut betroffen sind.

3. Sexualisierte, häusliche und digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen bekämpfen und Femizide verhindern

Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen.

4. Klischeefreie Berufsorientierung fördern

Frauen und Männer verteilen sich sehr unterschiedlich auf Berufe und Berufssegmente. Über 70% der jungen Frauen entscheiden sich für lediglich 20 von insgesamt 350 Ausbildungsgängen.

5. Kinderbetreuung verlässlich ausbauen 

Im Jahr 2020 fehlten 342.000 Betreuungsplätze – rund 60 % mehr als noch vor fünf Jahren.

6. Care-Arbeit gerecht verteilen

2019 lag der Gender Care Gap bei 52,4 %: So viel mehr Zeit als Männer wendeten Frauen täglich auf für Für- und Versorgearbeit.

7. Equal Pay - Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeiten

Frauen verdienten 2020 durchschnittlich 18 % weniger in der Stunde als Männer.

8. Gerechte Steuerpolitik schaffen

Das nicht mehr zeitgemäße Ehegattensplitting muss endlich abgeschafft werden.

9. Minijobs umwandeln

Alle Minijobs in Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln.

10. Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisieren

Auch heute noch ist ein Schwangerschaftsabbruch nach §218 strafbar (und bleibt nur unter der Voraussetzung einer Beratung straffrei).

Bildinformation: 

Bodenpunkte, Gestaltung: Frauenbüro, Stadt Offenbach

Offenbach am Main, 13. September 2021