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Die Lukas- und Matthäusgemeinde liegt am südlichen Rand Offenbachs. Schon seit vielen Jahren arbeiten die beiden Gemeinden zusammen. Offiziell ist die Fusion zur „evangelischen Lukas- und Matthäusgemeinde“ am 1. Januar 2016 erfolgt.

Geschichte der Lukasgemeinde

Die Ursprünge der Lukasgemeinde liegen in einer Arbeitersiedlung der 1920er Jahre. Diese Struktur hat sich im Laufe der Jahre jedoch gewandelt. Heute hat die Lukasgemeinde bei einer halben Pfarrstelle ca. 1000 Gemeindeglieder und wird geprägt von einem großen Anteil an Senioren/Seniorinnen und vielen jungen Familien mit Kindern.

Der Lukasbezirk entstand 1934 als von der Luthergemeinde-Süd abgetrennter selbstständiger Seelsorgebezirk. Die Gottesdienste fanden zur damaligen Zeit in unterschiedlichen Räumen statt, wie z.B. in der ehemaligen Gaststätte „Tempelseemühle“. Ein Gemeindeglied besorgte eine ausgediente Werksglocke, die im Gartenlokal an einem Baum aufgehängt und zu Beginn der Gottesdienste geläutet wurde. Es wird erzählt, dass übermütige Gäste öfters die Glocke zu ungewöhnlichen Zeiten läuteten, um die „Evangelischen“ zu irritieren und aus ihren Häusern zu locken. Auch kam es oft zu Störungen durch Hitlerjugend und SA. Es wurden dann Räume im Brunnenweg angemietet und zuletzt nach Kriegsende ein Raum im „Elbebunker“, der etwa 90-100 Personen fasste. Der Raum ließ weder Tageslicht noch ausreichend Luft herein und vielen Gemeindegliedern war es gesundheitlich nicht möglich, bis zum Ende des Gottesdienstes auszuharren.

Im Herbst 1949 wurde mit den Vorarbeiten zum Kirchbau begonnen. Die Gemeinde leistete dabei mit Pfarrer Bauß auf sehr schwierigem Gelände 1500 Arbeitsstunden in Selbsthilfe. Am 17. Dezember 1950, dem 3. Advent, erfolgte die Einweihung der Lukaskirche. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Abschiedsgottesdienst im Bunker, der 5 Jahre als Kirche gedient hatte. 1952 wurde die Glocke dem Gebrauch übergeben, sie wiegt 115 Kilogramm, ist auf den Ton F gestimmt und wurde von der Firma Rincker, Lahn-Dillkreis, gegossen. Inschrift: So seid nun wach allezeit und betet.

Die Lukaskirche ist in schlichtem, zurückhaltend-sachlichem Stil gebaut - ein Zeugnis der frühen Nachkriegszeit. Sie fügt sich mit dem angebauten Kindergarten und dem großen baumbestandenen Kirchgelände harmonisch und anheimelnd in den Stadtteil Tempelsee ein. Die auffallend vielen Fenster lassen erahnen, wie sehr sich die Gemeinde nach Kriegsjahren und Bunkerzeit nach Licht und Luft sehnte. Das kleine Gotteshaus bietet bei voller Raumausnutzung Platz für ca. 160 Personen. Die Baupläne erstellte der damalige Pfarrer Helmut Bauß, die Bauleitung hatte Herr Architekt Collin aus Offenbach.

Die Gemeinde unterhält eine Kindertagesstätte und bietet vor allem für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sowie für Senioren ein reichhaltiges Programm. In der Adventszeit, vom 1. bis 24. Dezember, organisiert die Gemeinde einen begehbaren Adventskalender.

Geschichte der Matthäusgemeinde

Die evangelische Matthäusgemeinde im Süden Offenbachs ist eine junge Gemeinde. Baubeginn war im Jahr 1960. Der Architekt Reichard entwarf den Flachdachbau an der Ostpreußenstraße ganz im Stil der sechziger Jahre. Das Besondere ist, dass es sich bei dem Gebäude um keine übliche Kirche sondern um ein multifunktionales Gemeindezentrum handelt. Am 29. Oktober 1961 wurde das Einweihungsfest gefeiert.

Älter als die Gemeinde selbst ist die Orgel: Das von der Firma Förster & Nicolaus erbaute Instrument verrichtet schon seit 1947 seine Dienste. Die ersten Klänge waren zunächst in der Markuskirche zu hören, bis die Orgel nach Fertigstellung des Gemeindehauses in der Matthäusgemeinde ihren neuen Platz fand. Sie verfügt über zwei Manuale, 900 Pfeifen sowie 14 Register und sorgt bei Gottesdiensten für die stimmungsvolle Umrahmung.

Die Matthäusgemeinde zählt rund 1000 Gläubige. Pfarrerin Elke Voigt, die seit Juni 2009 Pfarrerin für die Lukas- und Matthäusgemeinde ist, lädt sonntags um 10.00 Uhr abwechselnd in die Matthäus- und die Lukaskirche ein. Die Gottesdienste werden regelmäßig von dem Gospel- oder dem Posaunenchor mitgestaltet, außerdem bietet die Gemeinde verschiedene Kinderprojekte und Seniorenaktivitäten sowie Ökumenearbeit mit der Evangelischen Lukasgemeinde und der Katholischen Gemeinde St. Konrad. Darüber hinaus besteht eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Familienbildungsstätte.