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Arabische Nacht
© mohamed Hassan auf Pixabay
Bereits zum vierten Mal wären am 18. Mai Vertreterinnen und Vertreter der Offenbacher Moscheegemeinden auf Einladung der Stadt zu einem gemeinsamen Fastenbrechen, dem „Iftar“, mit Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber, Integrationsdezernentin Sabine Groß und dem Vorsitzenden des Ausländerbeirats Abdelkader Rafoud zusammengekommen. Diese Veranstaltung muss, wie zahlreiche weitere öffentlichen Veranstaltungen der Stadt, aufgrund der Corona-Pandemie leider abgesagt werden.

Der Fastenmonat Ramadan begann in diesem Jahr am 23. April und endet am 23. Mai. Während dieser Zeit verzichten Muslime auf der ganzen Welt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Getränke. Wenn die Sonne untergeht, wird das Fasten mit dem Iftar, dem Mahl am Abend, gebrochen. „Das abendliche Fastenbrechen findet normalerweise im großen Kreis, je nach räumlichen und finanziellen Möglichkeiten in den Moscheegemeinden, mit der Familie oder mit Freunden und Bekannten statt“, erklärt der Vorsitzende des Ausländerbeirates Abdelkader Rafoud. „In den letzten Jahren haben wir als Stadt Offenbach zudem damit begonnen, zu einem feierlichen Iftar-Empfang einzuladen, um mit den Moscheevertretern gemeinsam das Fastenbrechen zu feiern. Im letzten Jahr habe ich erstmalig auch christliche und jüdische Religionsvertreter zum Fastenbrechen eingeladen. Auch sie kennen ein religiöses Gebot des Fastens.“, ergänzt die Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Integration Sabine Groß.  Diese Tradition der Stadt unterstreicht die Bedeutung, die Offenbach ihren islamischen Gemeinden als festem Bestandteil der Stadtgesellschaft und der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Gemeinden beimisst.
Zu Beginn des Ramadan-Monats blieben auch die Moscheen geschlossen. Seitdem hat die hessische Landesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie etwas gelockert. So sind religiöse Zusammenkünfte mit der Umsetzung der Hygienemaßnahmen und des Abstandsgebotes von 1,50 Meter zwischen Personen inzwischen wieder möglich. „Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gefährdung durch das Corona-Virus nach wie vor groß ist“, betont Sabine Groß. „Es kommt jetzt sehr darauf an, dass alle sich weiterhin ihrer Verantwortung bewusst sind und sich an die Regeln halten. Mir ist klar, dass diese Zeit vor allem für gläubige Menschen ein tiefer Einschnitt ist, aber wir dürfen die bisher erzielten Erfolge nicht aufs Spiel setzen. Der Schutz der Gesundheit muss auch in den nächsten Wochen höchste Bedeutung haben“, appelliert Groß.
Entsprechend schwer sei auch die Entscheidung gefallen, den diesjährigen Empfang abzusagen, so Groß weiter: „Es sind gerade solche Gelegenheiten, die auf ganz besondere Weise zu einem guten gegenseitigen Verständnis beitragen und die Grundlagen der Gemeinschaft stärken. Ich hoffe sehr, dass wir im nächsten Ramadan an die schon gute Tradition anschließen und wieder zum Iftar-Empfang der Stadt einladen können“.

Offenbach am Main, 6. Mai 2020