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Gabenzaun mit Plakaten, die erklären, was gebraucht wird
© Initiative Gabenzaun Offenbach

Die Idee ist nicht neu: Menschen hängen Dinge des täglichen Bedarfs an einen Zaun, damit andere Menschen, die momentan in finanziellen Schwierigkeiten stecken, sie mitnehmen können. Was in Zeiten der Corona-Krise wieder vermehrt in Deutschland stattfindet, wurde nun auch in Offenbach realisiert. Offenbachs erster Gabenzaun ist seit dem 27. März „aktiv“. Zu finden ist er an der Goetheschule, direkt am beliebten Goetheplatz.

Die Aktion spricht sich immer mehr herum und findet täglich neue Offenbacherinnen und Offenbacher, die tatkräftig mithelfen. Und auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke unterstützt die ehrenamtliche Aktion: „In Krisenzeiten wird gelebte Stadtgesellschaft wichtiger denn je. Im Gabenzaun kümmern sich Menschen um ihre Mitmenschen, ohne diese persönlich zu kennen und ohne auch nur ein Dankeschön zu bekommen. So sieht Menschlichkeit aus.“

Die Initiatoren Romina Weber und David Gonter hatten OB Schwenke gebeten, die Schirmherrschaft zu übernehmen, wozu dieser sich auch direkt bereit erklärt hatte. Weber und Gonter sind überwältigt von der Hilfe der Offenbacherinnen und Offenbacher. „Die Idee zum Gabenzaun in Offenbach kam sehr spontan und ist inspiriert durch Gabenzäune in anderen Städten. Ich habe auf Facebook nach einem geeigneten Zaun und im Freundeskreis nach Unterstützern gefragt, die sich sofort gemeldet haben. Wir sind nun eine kleine Gruppe an Freunden, die sich gemeinsam um den Gabenzaun kümmert“, so Weber. Ziel sei es, möglichst unkompliziert und schnell Unterstützung leisten zu können. Die Direktorin der Goetheschule war von der Idee sofort begeistert – der Ort für Offenbachs ersten Gabenzaun war schnell gefunden.

Die eigens erstellte Gruppe Gabenzaun Offenbach auf facebook wächst stetig – momentan um 100 Mitglieder pro Tag. „Wir sind von der positiven Resonanz und den vielen Mitmachenden überwältigt. Jedes Mal hängen neue Tüten am Zaun, wir erhalten Tipps und Anregungen, kommen über Facebook mit den Leuten ins Gespräch und hatten auch schon Kontakt zur Caritas, der Straßenambulanz, dem Stadtbiotop und weiteren Unterstützern. Und auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und seine Frau Viola sind der Gruppe schon beigetreten“, freut sich Initiator David Gonter. Nun gehe es darum, dass sich alle verantwortlich fühlen und das Projekt gemeinsam stützen, was zu funktionieren scheint.

Immer mehr Leute werden aktiv, es entstehen erste Absprachen, wer wann den Zaun kontrolliert und für Ordnung sorgt, alte Tüten entfernt, die angebrachten Schilder, die den Aufruf übrigens in mehreren Sprachen übersetzen, richtet und alles ordentlich hält. Immer wieder kann man beobachten, wie Menschen den Zaun nutzen. Ein Flaschensammler kommt regelmäßig vorbei. „Es ist eine tolle Sache und ich freue mich so sehr, dass es das hier gibt“, sagt er. Seit kurzer Zeit gibt es auch Flyer, die ebenfalls in der Gruppe auf facebook zum Download angeboten werden. So kann sie jeder selber verschicken oder auch zuhause ausdrucken und im eigenen Umfeld verteilen.

„Wir stehen noch ganz am Anfang. Den Zaun gibt es ja erst seit ein paar Tagen. Wir lernen jeden Tag dazu und wollen versuchen, dass wir auch in Zukunft Menschen in unserer Stadt unterstützen können. Ob mit einem Gabenzaun oder einem ganz neuen Format, das steht alles noch nicht fest“, so die beiden jungen Offenbacher, die das Ganze ehrenamtlich machen: „Fest steht nur, dass die Unterstützung in Offenbach da ist, es kommt bei den Menschen an, und dafür hat es sich auf jeden Fall schon gelohnt!“

Wegbeschreibung Gabenzaun am Goetheplatz
Flyer zum Gabenzaun am Goetheplatz herunterladen, ausdrucken und verteilen © Initiative Gabenzaun Offenbach

2. April 2020