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Am kommenden Sonntag, 27. Dezember, beginnen hessenweit die Impfungen gegen das Corona-Virus.

„Auch unsere mobilen Impfteams sind startbereit. Direkt am Sonntagmorgen beginnen wir mit der Impfung in zunächst einer Seniorenpflegeeinrichtung in der Stadt“, teilt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke mit. Aufgrund der anfänglich noch sehr begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffes sollen zunächst die Mitarbeiter sowie die Bewohner von Seniorenpflegeheimen und die Mitarbeiter von Krankenhäusern die Möglichkeit zur Impfung erhalten. Die Aufteilung der Impfdosen auf die einzelnen Städte und Landkreise regelt das Land Hessen.

Nach Angaben der Landesregierung werden die Impfdosen des Herstellers Biontech hessenweit nach einem Schlüssel basierend auf der Anzahl des Personals und der Bewohner in den Einrichtungen verteilt. Berücksichtigt werden mit der ersten Lieferung auch einige zentrale Krankenhäuser im Land. „Einerseits ist es ein großes Glück, dass jetzt ein Mittel gegen die Pandemie zur Verfügung steht. Andererseits steht in den ersten Wochen leider zu wenig Impfstoff zur Verfügung. Daher ist der vom Land Hessen gewählte Verteilungsmaßstab gut“, unterstützt Oberbürgermeister Schwenke diese Entscheidung. In Offenbach gibt es zehn Alten- und Pflegeheime sowie drei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung mit derzeit insgesamt 975 Bewohnerinnen und Bewohnern. In ihnen arbeiten zusammen aktuell 949 Pflegekräfte. Hinzu kommt das Personal für Reinigung, Hausmeisterarbeiten und andere Dienstleistungen.

Zahl der Impfdosen wird noch steigen

Die Stadt Offenbach kann am Sonntag erstmalig 55 Menschen impfen. Für Montag, 28. Dezember, ist eine zweite Lieferung von 235 Impfdosen angekündigt, am 30. Dezember sollen dann 310 Impfdosen bereitstehen. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen ab Januar stetig steigen wird“, erläutert Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. „Bis das Impfzentrum in der Stadthalle in Betrieb genommen wird, werden wir zunächst mit den mobilen Impfteams nach und nach die Mitarbeiter und Bewohner der Altenpflegeheime sowie die Mitarbeiter und Kunden der ambulanten Alten- und Pflegedienste impfen.“

Groß steht über regelmäßige Telefonkonferenzen mit den Altenpflegeeinrichtungen seit April dieses Jahres in engem Austausch. Am Dienstag standen die Details zur Durchführung der Impfungen auf der Tagesordnung der fast zweistündigen Telefonkonferenz mit dem Katastrophenschutz, dem Gesundheitsamt und allen Altenpflegeeinrichtungen in Offenbach. „Das Pflegepersonal in der Altenpflege hat in diesem Jahr Großartiges geleistet und die Bewohnerinnen und Bewohner auf Vieles verzichten müssen. Mit der Realisierung der Impfungen ist Licht am Ende des Tunnels und die Bewohner erhalten damit hoffentlich bald wieder mehr Freiheiten“, so Groß.

Oberbürgermeister Schwenke und Gesundheitsdezernentin Groß betonen: „Die Impfung ist freiwillig, niemand muss sich impfen lassen. Klar ist aber auch: Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto schneller können wir die Pandemie eindämmen.“ Um eine ausreichende Immunisierung zu erreichen, erhält jeder, der sich impfen lässt, nach 21 Tagen eine zweite Impfung. Wer auf Corona positiv getestet wurde, kann sich zunächst nicht impfen lassen. Es ist davon auszugehen, dass der Betroffene durch eine Infektion für die Dauer von drei, vielleicht sechs Monaten, einen wirksamen Schutz vor einer Neuansteckung aufgebaut hat. Auch während einer anderen akuten Infektion oder Erkrankung sollte keine Impfung erfolgen.

Wer sich zuerst impfen lassen kann, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer Corona-Impfverordnung des Bundes auf Grundlage der Empfehlung der Ständigen Impfkommission festgelegt. An diese Reihenfolge will sich auch das Land Hessen halten. Gemäß Paragraf 2 der Impfverordnung zählen zu den Personengruppen mit der höchsten Priorität die rund 55.000 Mitarbeiter und 58.000 Bewohner der Senioren- und Altenpflegeheime in Hessen sowie rund 15.000 Personen in medizinischen Einrichtungen. Weiterhin gehören rund 7.000 Einsatzkräfte der Rettungsdienste und rund 32.000 Personen im Bereich der ambulanten Pflegedienste dazu. Ebenfalls höchste Priorität genießen außerdem die rund 400.000 Menschen in Hessen, die 80 Jahre oder älter sind.

Der Aufbau des Impfprogramms durch das Land Hessen erfolgt in drei Phasen. In der ersten Phase starten die mobilen Impfungen in den Altenpflegeeinrichtungen. In der zweiten Phase sollen ab Mitte Januar zunächst sechs Regional-Impfzentren öffnen, darunter das in Frankfurt. Hier können sich dann Menschen im Alter von 80 Jahren aufwärts impfen lassen. Die Anmeldung ist dann online und telefonisch möglich. Wenn hinreichend Impfstoff verfügbar ist und dieser beständig nachgeliefert werden kann, sollen dann in der dritten Phase alle 28 hessischen Impfzentren ihren Betrieb aufnehmen. „Wann das Offenbacher Impfzentrum an den Start geht, ist also im Moment noch nicht genau absehbar, da der Umfang der Impfstofflieferungen noch nicht bekannt ist und die Hersteller dazu keine konkreten Angaben machen. Das hängt auch mit der Frage der Zulassung weiterer Impfstoffe zusammen“, so Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Es wurde von den Einsatzkräften des Katastrophenschutzes aufgebaut und wird ab Januar durch einen medizinischen Dienstleister betrieben. Insgesamt hat das Land Hessen mit den Kreisen und Städten Kapazitäten aufgebaut, um täglich 30.000 Menschen impfen zu können. Allein das Offenbacher Impfzentrum ist für 1.000 Menschen ausgelegt. Bis Ende März soll Deutschland 10 Millionen Impfdosen erhalten.

23. Dezember 2020