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Zecke
© Catkin/ pixabay.com
Das Stadtgesundheitsamt Offenbach informiert über Zecken, über Erkrankungen, die diese übertragen können, und gibt Tipps, wie man sich schützen kann. „Die südlich des Mains gelegenen Kreise Hessens gehören seit geraumer Zeit zu den Risikogebieten für eine durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung. Aber nicht nur FSME auch die Borreliose kann durch Zecken übertragen werden. Daher ist es sinnvoll sich mit diesem Thema zu befassen“, erläutert Dr. Bernhard Bornhofen, Leiter des Stadtgesundheitsamtes.

Hintergrund

Was sind Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie sind blutsaugende Parasiten. In Deutschland leben verschiedene Zeckenarten. Die häufigste Zecke ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Anders als Menschen und Säugetiere entwickeln sich die Zecken über verschiedene Stadien, die unterschiedlich aussehen, von den kleineren Jugendstadien (Larve und Nymphe) zu den größeren, erwachsenen Zecken (Weibchen und Männchen). Diese Entwicklung kann mehrere Jahre dauern und dazu sind drei Blutmahlzeiten an drei verschiedenen Wirten (z.B. Maus, Katze, Hund, Mensch) erforderlich.

Wo kommen Zecken vor?

In Deutschland finden wie diese Zecken in allen Gegenden bis zu einer Höhe von ca. 2.000 Meter in freier Natur (Wald, Buschwerk, Wiesen), aber auch in innerstädtischen Parks und Gärten.

Zu welcher Jahreszeit sind Zecken aktiv?

>Zecken werden bereits ab einer Außentemperatur von etwa 8° C aktiv und stechen vor allem vormittags und am frühen Abend. Die eigentliche „Zeckensaison" ist in den Monaten März bis Oktober.

Wie finden Zecken ihre Mahlzeit?

Die im Gras und auf Blättern sitzenden Zecken erkennen mögliche Opfer an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen. Vorbeikommende Menschen und Tiere streifen die Zecken ab. Sie lassen sich also nicht von den Bäumen herabfallen.

Bevorzugen Zecken bestimmte Stellen am Körper?

Zecken suchen, nachdem sie abgestreift wurden, eine Zeitlang nach einer günstigen Stichstelle für das Blutsaugen aus. Dies sind insbesondere Körperregionen wie Kniekehle, Leistenbeuge, Achselhöhle oder Haaransatz, also feuchtwarme Stellen.

Welche Erkrankungen werden durch Zecken übertragen?

In Deutschland können Zecken überwiegend zwei Erkrankungen übertragen:

  • Borreliose, eine bakterielle Erkrankung, die man mit geeigneten Antibiotika behandeln kann
  • FSME = Frühsommer-Meningo-Enzephalitis = Frühsommer-Hirnhaut-Hirn-Entzündung, eine Viruserkrankung, keine Antibiotika vorhanden aber eine Impfung
  • Weitere Erkrankungen durch andere Erreger sind möglich. Diese werden aber hierzulande nur sehr selten nachgewiesen.

Wenn ich eine Zecke auf meinem Körper finde, wann und wie sollte ich diese entfernen?

Eine noch wandernde Zecke kann einfach mit der Hand entfernt werden. Die Zecke kann sich dagegen nicht durch Bisse, wehren, weil die Zecke für das Durchsägen der Haut Zeit benötigt.

Eine festgesaugte Zecke sollte immer möglichst schnell nach ihrer Entdeckung mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte bzw. -zange oder - wenn keines dieser Hilfsmittel vorhanden ist - mit den Fingerspitzen entfernt werden. Dies geschieht, indem der Zeckenkörper so nah wie möglich an der Haut gefasst, vorsichtig gelockert und langsam von der Einstichstelle weg herausgezogen wird. Die Zecke darf dabei nicht gequetscht werden, da sonst deren infektiöse Sekrete in den menschlichen Körper gelangen können. Die Verwendung von „Hausmitteln", wie z.B. Öl, Nagellack oder Klebstoff, ist unbedingt zu unterlassen. Wenn möglich, die Stichstelle anschließend z.B. mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Zecken gehören zu unserer biologischen Umwelt dazu. Eine zeckenfreie Umwelt ist möglich (z.B. betonierte Flächen) aber nicht sehr lebenswert.

Den besten Schutz gegen die FSME-Erkrankung bietet die vorbeugende Impfung. Mehr dazu auf dem FSME-Merkblatt.

  1. a) Bei Wanderungen (bei eher kühlem Wetter)

Bei einem Aufenthalt im Freien, insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes bzw. einer Wiesenfläche, sollte möglichst helle (auf der Kleidung sitzende Zecken sind dadurch besser zu erkennen) Kleidung getragen werden, die den Körper vollständig bedeckt. Auch festes Schuhwerk ist sinnvoll. Darüber hinaus können zeckenabweisende Hautschutzmittel, die jedoch nur eine begrenzte Wirksamkeit haben, eingesetzt werden. Auch bei langer Kleidung darf aber die wichtigste Maßnahme nicht vergessen werden: Nach einem Aufenthalt im Freien soll der ganze Körper und die Kleidung gründlich nach Zecken abgesucht werden. Denn die Zecken wandern z.B. auf dem Nachhauseweg noch auf der Kleidung entlang, um eine freie Hautstelle zu finden.

  1. b) Bei Aufenthalt im Freien bei Hitze

Direkte Sonnenbestrahlung mögen Zecken nicht. Menschen, die lieber barfuß und/oder mit kurzen Röcken oder Hosen durch die Wiesen streifen, sollten wissen, dass die Zecken meist noch eine Zeit lang nach einer für sie günstigen Stelle suchen. So lange sie noch auf der Haut entlang wandern, lassen sie sich leicht entfernen. Gerne bevorzugen sie allerdings Stellen wie die Kniekehle, die man nur mit einem Helfer oder im Spiegel einsehen kann oder die Leistenregion, wo sie sich unter den Kleidungsstücken verbergen. Der Stich der Zecke wird vom Menschen nicht wahrgenommen, da sie über ein Betäubungsmittel verfügt.

  1. c) Im eigenen Garten, im Schwimmbad: Auch im eigenen Garten könne Zecken vorkommen, da dort lebende Tiere wie Mäuse, Igel, Hund oder Katze auch von Zecken befallen werden und eine vollgesaugte, sich in den Garten fallende Zecke viele Nachkommen freisetzen kann.

Deshalb sollten Haustiere auf Zecken nach entsprechendem Aufenthalt untersucht werden und die Zecken entfernt, damit sie nicht in den Garten fallen und dort eine neuer Kreislauf beginnen kann.

Zecken mögen es gerne feucht und schattig, daher ist es hilfreich den Rasen im Garten kurz zu halten.

Offenbach am Main, 29. April 2019