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Menschen in der Frankfurter Straße in Offenbach
© Jessica Schäfer

Mit einem Zuschuss von insgesamt 1,25 Millionen Euro unterstützt das Land Hessen die Offenbacher Ansätze zur Aufwertung der Innenstadt im Rahmen des Zukunftskonzepts Innenstadt. Für das nach Angaben des hessischen Wirtschaftsministeriums „beispielhafte Projekt“ der „Station Mitte“ hat Offenbach im neuen Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ sogar den ersten Preis des Landes erhalten, der alleine mit 1 Million Euro prämiert ist. Mit 250.000 Euro werden darüber hinaus vier weitere Schlüsselprojekte des Offenbacher Konzeptes gefördert. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke: „Das Zukunftskonzept Innenstadt war eine der allerersten Dinge, die ich als Oberbürgermeister mit dem Verein Offenbach offensiv angegangen bin – in engem Schulterschluss mit Eigentümern, Händlern und Bürgern. Auch, was die Station Mitte betrifft, habe ich schon unter der alten politischen Mehrheit in sehr enger Abstimmung mit dem Bau- und Planungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß zusammengearbeitet. Es ist natürlich eine sehr große Freude, dass die gemeinsame Arbeit hier in Offenbach jetzt so viel Anerkennung von außen erfährt und Offenbach sich gegen gute andere Konzepte in der Jury durchgesetzt hat!“

Franziska Hoefer, Vorsitzende des Offenbach offensiv e.V., betont: „Das ist eine wunderbare Bestätigung unserer gemeinsamen Arbeit an der Zukunft der Offenbacher Innenstadt. Der erste Preis zeigt, dass uns mit dem Zukunftskonzept und den damit verbundenen Projekten etwas Besonderes gelungen ist. Die Auszeichnung und natürlich auch die Fördermittel sind Ansporn und Auftrag für die nächsten Umsetzungsschritte, zum Beispiel beim Projekt Station Mitte.“

Das Land hatte Anfang 2021 das Programm „Zukunft Innenstadt“ ins Leben gerufen, um die hessischen Städte bei der Bewältigung der Pandemiefolgen zu stärken und negativen Veränderungen in den Stadtzentren durch innovative, zukunftsweisende Konzepte entgegen zu treten. In Offenbach konnte man bei der Bewerbung um die Landesfördermittel auf das Zukunftskonzept Innenstadt mit dem Titel „Offen Denken“ zurückgreifen, das 2020 bereits als Richtschnur für die künftige Entwicklung der Innenstadt beschlossen worden war. Es wurde gemeinsam mit dem Verein Offenbach offensiv e. V. unter Beteiligung vieler Innenstadtakteure erarbeitet und beinhaltet Projektideen, die jenseits klassischer Einzelhandelskonzepte neue Nutzungen im Stadtzentrum verwirklichen sollen.

„Die Stärke unseres Offenbacher Ansatzes ist es, dass wir nicht nur an Einzelprojekten denken, sondern diese in eine Gesamtstrategie für das nächste Jahrzehnt einbinden“, so OB Schwenke. „Dafür ist es auch notwendig, Bevölkerung, Händler, Immobilieneigentümer und Nutzer jetzt bei den nächsten Umsetzungsschritten mitzunehmen, denn diese gewaltige Aufgabe schaffen wir nur gemeinsam.“ 

Oberbürgermeister Felix Schwenke und Bau- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß betonen, dass die Innenstadt der Zukunft verschiedene Anlässe für Besuche bieten muss, um unterschiedliche Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen: „Die Zeiten sind vorbei, wo Innenstädte ausschließlich auf den stationären Einzelhandel setzen können. Ziel ist es, dass unsere Innenstadt durch Angebote aus Kultur, Gastronomie, Handel, Bildung und Wohnen lebendig und attraktiv bleibt. Nur dann kann sie die wichtige Rolle der gesellschaftlichen Mitte einnehmen. Die Förderung des Landes Hessen ermöglicht uns, nun die nächsten Planungsschritte zu gehen.“

Für die Innenstadt der Zukunft muss die Stadt Offenbach auch auf das Engagement der Eigentümer setzen, da sie selbst kaum über eigene Immobilien verfügt. „Wir wollen aber Impulse für ein Umdenken setzen. Dafür wollen wir neben der Stadtion Mitte zunächst vier weitere Projektideen aus dem Zukunftskonzept vorantreiben. Mit Projekten wie dem ,Dachsteiger‘ und der Umnutzung des Rathauspavillons auf dem Stadthof wollen wir neue Orte schaffen, die Nutzern und Besuchern Lust auf die Innenstadt machen. Welche Nutzungen sinnvoll und machbar sind, lassen wir derzeit in einer Studie prüfen“, berichtet Bau- und Planungsdezernent Weiß.

Zu den weiteren Ideen gehört das Projekt „Testraumallee“ in einer öffentlich-privaten Kooperation. Es soll dabei unterstützen, Ladenflächen neu zu beleben und kreativen Stadtmachern den Raum geben, um innovative Geschäftsideen auszuprobieren. Mit dem Schlüsselprojekt „Kaufhaus Kosmopolis“ hat sich außerdem eine zivilgesellschaftliche Initiative auseinandergesetzt und ihr ganz eigenes Projekt unter dem Namen „UND“ entwickelt. Es soll ein Ort des Handels, des Handelns, der Kommunikation und des sozialen und kulturellen Austauschs werden. 

Die Planungen zu diesen vier Schlüsselprojekten erhalten nun 250.000 Euro Landesförderung und sollen wichtige Bausteine zur Umsetzung des Zukunftskonzeptes Innenstadt sein. Zusätzlich wurde die Idee der „Station Mitte“ vom hessischen Wirtschaftsministerium als „beispielhaft“ beurteilt und mit dem Kommunalpreis ausgezeichnet, der 1 Million Euro Förderung beinhaltet. „Die Station Mitte soll ein neuer zentraler Treffpunkt für die Stadtgesellschaft sein. Sie ist als öffentlicher Raum für Bildung und soziales Miteinander rund um Bücher, digitale Medien und Kultur vorgesehen. Da die Offenbacher Stadtbibliothek einen dringenden Bedarf für eine digitale Modernisierung und Erweiterung hat, soll nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob eine Verlagerung in die Innenstadt möglich und sinnvoll ist“, erläutert Weiß.

9. September 2021