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Ein natürlicher Fluss ist der Main schon lange nicht mehr, bereits Anfang des letzten Jahrhunderts begann der Ausbau zur Großschifffahrtsstraße. Damit nahmen auch die Hochwasser nach der Schneeschmelze zu, da die ursprünglichen Überschwemmungsflächen verlorengegangen sind. Dies gilt allerdings nicht nur für den Main: Laut Auenzustandsbericht des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Jahr 2009 befinden sich bundesweit nur noch 10 Prozent der Flussauen in einem naturnahen Zustand. Der Mainbogen Offenbach gilt als „stark verändert“, erläutert Ute Habelt vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. „Mit dem Auenprojekt wollen wir die Vorgabe der Europäischen Wasserrahmenlinie umsetzen, bis zum 22.Dezember 2015 ein gutes ökologisches Potential und einen guten chemischen Zustand zu erreichen.“

Neben der Gewässerentwicklung und dem Hochwasserschutz sollen mit dem Projekt Naturschutz und Naherholung gefördert werden, so Projektleiterin Habelt weiter:“Der Bürgel-Rumpenheimer Mainbogen ist für die Offenbacher Bevölkerung, aber auch für Tiere und Pflanzen von herausragender Bedeutung.“ Mit der Umsetzung des Auenprojektes im Mainbogen können dann sogenannte „positive Ökodienstleistungen“ aktiviert werden, das heißt das Gelände des Mainbogens fungiert dann als Kohlenstoffspeicher und als Filter für gelöste Nährstoffe und Sedimente, ergänzt Amtsleiterin Heike Hollerbach: „Auen besitzen eine hohe Vielfalt an unterschiedlichen Feuchtbiotopen und sind daher von großer Bedeutung für die Biodiversität“. Die wiederum auch Spaziergängern und Naturfreunden zu Gute kommt.

Sobald im November 2013 ein Grundsatzbeschluss vorliegt, soll die Öffentlichkeit an dem Projekt beteiligt werden, mit der Fertigstellung der Entwurfsplanung rechnet Habelt im Dezember kommenden Jahres. Bereits 2016 soll mit der Umsetzung begonnen werden. Bis 2020 soll in mehreren Bauabschnitten an der Floßgasse eine Flachwasserzone geschaffen werden. Im Mainbogen ist eine Flutmulde mit unterschiedlichen Geländeniveaus geplant, die mehrere kleinere Gewässer aneinanderreiht und dem Fluss bei Hochwasser Raum geben. „Die meisten, teilweise auch landwirtschaftlich genutzten Flächen sind bei Hochwasser ohnehin durchströmt“, so Hollerbach. Rund ein Drittel der Flächen ist in städtischem Besitz, alle weiteren benötigten Flächen müssen im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens neugeordnet werden. Die Baukosten von zwei bis drei Millionen Euro sollen über Fördermittel des Landes Hessen (Programm Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung sowie die Zusatzförderung Naturschutz) und die Kostenübernahme durch die Obere Wasserbehörde gedeckt werden.