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Büsche im Neubaugebiet Bürgel-Ost
Büsche im Neubaugebiet Bürgel-Ost © Stadt Offenbach
Die Erschließung des Neubaugebiets Bürgel-Ost ist in vollem Gange, die ersten Bauherren werden tätig. Viele Grundstücke weisen dichte Vegetation auf, die zur Baufeldfreimachung gerodet werden muss. Damit die Bauherren dabei nicht gegen die gesetzlichen Vorschriften des Artenschutzes und gegen die Grünschutzsatzung der Stadt Offenbach verstoßen, empfiehlt das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz sich vor Beginn der Rodungsarbeiten genau zu informieren und sich von den Fachreferentinnen der Unteren Naturschutzbehörde beraten zu lassen.

Die Beratung hilft dabei, mögliche Konflikte im Bauablauf zu verhindern. „Je frühzeitiger die Bauherren zu uns kommen, desto besser lassen sich Verstöße gegen den Artenschutz vermeiden und Lösungen finden“, erläutert Christine Schneider, Bereichsleiterin beim Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Das Beratungsangebot gilt auch für Bieber-Nord und andere Baugebiete.

Im Bundesnaturschutzgesetz sind die Vorschriften des Artenschutzes festgelegt. So muss nach § 44 dieses Gesetzes ausgeschlossen werden, dass Tiere der besonders geschützten Tierarten verletzt oder getötet werden, dass ihre Entwicklungsformen (zum Beispiel Vogeleier) beschädigt oder zerstört werden, oder dass Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieser Tiere (z. B. Baumhöhlen) beschädigt oder vernichtet werden. Zu den besonders geschützten Tierarten gehören z.B. alle europäischen Vogelarten wie Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig etc. Um die Tiere zu schützen gibt es das Rodungsverbot gemäß Paragraf 39 Abs. 5 Nr. 2 des Bundesnaturschutzgesetzes. Es gilt während der Vogelbrutzeit zwischen dem 1. März und dem 30. September. Rodungen sind also grundsätzlich nur zwischen Oktober und Februar möglich.

Auch außerhalb der Vogelbrutzeit muss der Gehölzbestand vor der Rodung geprüft werden. Denn auch kleinere Säugetiere, Fledermäuse oder Insekten der besonders geschützten Arten beziehen hier Winterquartiere, vor allem Baumhöhlen. Diese Prüfung muss durch sachkundige Personen wie Biologen oder Landschaftsarchitekten mit ökologischer Schwerpunktsetzung erfolgen. Im Baugebiet Bürgel-Ost weisen einige Grundstücke ältere Gehölzbestände auf, die möglicherweise Baumhöhlen besitzen. Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz bittet daher die Bauherren um rechtzeitige Kontaktaufnahme, damit die jeweiligen Erfordernisse je nach Grundstück festgelegt werden können.

Darüber hinaus hält das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz zahlreiche Broschüren bereit, mit denen sich Bauherrn bei Interesse über naturnahe Gärten, Biodiversität, Artenschutz und Nisthilfen informieren können. Diese Informations- und Beratungsangebote gelten nicht nur für Bauherrn in Bürgel-Ost sondern für alle Neubaugebiete, Grundstücks-, Balkon- und Gartenbesitzer.

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz ist zu erreichen unter 069 8065 2557 oder der Mailadresse umweltamtoffenbachde.

Luftaufnahme des Neubaugebietes Bürgel-Ost
Luftaufnahme des Neubaugebietes Bürgel-Ost © Stadt Offenbach

14. April 2020