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Geld
© pexels/pixaby.com
Aktuell sind Kitas als Teil der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis auf die Notbetreuung geschlossen. Die Finanzierung von Kindertagesstätten setzt sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Die wichtigste Finanzierungsgrundlage für die Träger von Kindertagesstätten sind die kommunalen Betriebskostenzuschüsse. Die Stadt Offenbach hat jetzt entschieden, die Betriebskostenzuschüsse auch im Mai und im Juni in vollem Umfang an die Kita-Träger auszubezahlen, selbst wenn die aktuellen Kita-Schließungen noch bis Ende Juni andauern sollten: "Damit haben wir eine für die aktuelle Situation langfristige Planungssicherheit für die Kita-Träger geschaffen. Das war uns auch deshalb wichtig, weil wir davon ausgehen, dass der sich schrittweise öffnende Zugang zur Notbetreuung und die einzuhaltenden Sicherheitsmaßnahmen, wie deutlich reduzierte Gruppengrößen dazu führen, dass alle Erzieherinnen und Erzieher benötigt werden."

Dennoch wird noch für einen längeren Zeitraum nicht allen Kindern der Zugang zur Notbetreuung möglich sein. Das Jugendamt der Stadt Offenbach unterstützt die Träger auch durch teilweisen Ausgleich von Elternbeiträgen bei der Bewältigung der Krise. Erheben die Träger keine Elternbeiträge während der Schließung, können sie eine pauschale Ausgleichszahlung beim Jugendamt beantragen. Sie erhalten dann den Elternbeitrag für Teilzeitplätze ersetzt. Das sind sechs Stunden bei Kindergarten- und Krabbelplätzen – für Hortplätze sind es fünf Stunden. Im Kindergarten bei den drei- bis sechsjährigen Kindern liegt der Betrag bei 135,60 Euro. Nicht ersetzt werden den Kita-Trägern die entfallenden Essen- oder Getränkegelder.

„Damit können nicht alle Einnahmeausfälle für die freien Träger ausgeglichen werden. Deshalb haben wir die freien Träger aufgefordert individuelle Einsparmöglichkeiten zu nutzen und weitere Maßnahmen und Hilfsprogramme in Anspruch zu nehmen. Damit eröffnen wir Spielraum für individuell passende Lösungen“, erläutert Sozialdezernentin Sabine Groß.

Für die Ausgleichzahlungen fallen monatlich jeweils Mehrausgaben von 83.000 Euro beim Jugendamt an. Das sind für drei Monate insgesamt rund 250.000 Euro. Zusätzlich wird der vom Land finanzierte Beitrag zur Elternfreistellung weitergereicht.

Für den städtischen Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) ist die Entscheidung bereits gefallen: Bleiben die Kitas so lange geschlossen, erhebt der EKO im Mai und im Juni  von Erziehungsberechtigten, die keinen Anspruch auf Notbetreuung haben, keine  Elternbeiträge und kein Essensgeld, sondern beantragt den pauschalen Ausgleich beim Jugendamt.

Waren in der ersten Woche nach der Kita-Schließung noch weniger als 100 Kinder in der Notbetreuung, so sind es mittlerweile rund 400 Kinder am Tag.

Offenbach am Main, 29. April 2020