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Straßenbahn
© Jensino Birnini auf Pixabay

Gemeinsam wollen die Nachbarstädte Frankfurt und Offenbach und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) eine Anbindung des Offenbacher Stadtgebiets an das Frankfurter Straßenbahnnetz prüfen. Wie Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß und Mobilitätsdezernentin Sabine Groß mitteilen, haben sich die drei Partner jetzt darauf verständigt, eine bereits von Frankfurt gestartete Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Frankfurter Straßenbahnlinien zu erweitern. Hierdurch sollen auch Varianten durch Teile des Offenbacher Stadtgebietes untersucht werden. Die entstehenden Mehrkosten von 140.000 Euro teilen sich die Partner.

„Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein für die Offenbacher Verkehrsplanung, weil nach vielen Äußerungen zu diesem Thema nun konkret gehandelt wird, indem eine Machbarkeitsstudie erstellt wird“, teilte Mobilitätsdezernentin Sabine Groß mit. „Im August 2019 habe ich dazu das erste Gespräch mit dem Verkehrsdezernenten aus Frankfurt, Klaus Oesterling, geführt. Die damals bereits geplante Machbarkeitsstudie Frankfurts erkannte ich als Chance für Offenbach und habe daher bereits damals das Gespräch mit dem Geschäftsführer des RMV, Prof. Knut Ringat, gesucht“, so Sabine Groß weiter. „Ich danke dem RMV für die finanzielle Unterstützung bei der Machbarkeitsstudie. In der eng miteinander verwobenen Rhein-Main-Region können wir Lösungen für die Verkehrsprobleme unserer Region nur gemeinsam finden.“

Verkehrsdezernent Weiß betonte, dass Offenbach durch die Machbarkeitsstudie prüfen lassen wolle, wie eine Anbindung beispielsweise der Innenstadt und des Hauptbahnhofs erfolgen könne. Aber auch den Stadtteil Bürgel nehme man mit in die Untersuchung. „Für Bürgel sehen wir die Notwendigkeit, den Stadtteil künftig besser an den ÖPNV anzubinden. Bürgel wächst durch seine Neubaugebiete und auch der Innovationscampus auf dem ehemaligen Clariant-Areal muss gut mit dem ÖPNV erschlossen werden. Eine zusätzliche Anbindung mit der Straßenbahn an die nordmainische S-Bahn wäre neben der durch Offenbach verlaufenden S-Bahnstrecke ein Gewinn für den so wichtigen Gewerbestandort. Den Verkehrsplanern war es deshalb wichtig, solche Optionen mit in den prüfenden Blick zu nehmen, auch wenn man bei einem solchen Entwurf sicher noch weit in die Zukunft schaut.“

„Um die Klimaziele zu erreichen, müssen mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Dazu benötigen wir ein gut verknüpftes und leistungsfähiges Schienenverkehrsnetz. Der RMV begrüßt die Initiative für die Prüfung einer Verlängerung der Frankfurter Straßenbahn nach Offenbach. Besonderer Wert soll auf eine Verknüpfung mit S-Bahn und Regionalbahn unter anderem  am Offenbacher Hauptbahnhof gelegt werden. Daher unterstützt der RMV gerne die anstehende Machbarkeitsstudie.“

 „Die Attraktivität des ÖPNV-Angebots in Offenbach kann durch eine Straßenbahn noch gesteigert und so der Umstieg vom Auto auf den klimafreundlichen und umweltgerechten ÖPNV weiter gefördert werden“, sagte Mobilitätsdezernentin Groß mit Blick auf das Wohnbaugebiet Bürgel-Ost. „Schon heute ist Bürgel stark durch den Autoverkehr belastet. Deshalb war es mir wichtig, dass wir nicht nur die Anbindung einer Trasse prüfen, die im wesentlichen Fechenheim und Oberrad miteinander verbindet, sondern auch wesentliche Bereiche unserer Stadt umfasst.“

Mit einer schnellen Umsetzung dürfe aber nicht gerechnet werden, betonten Groß und Weiß: „Verkehrsprojekte haben eine lange Planungs- und Bauzeit und sie sind sehr teuer. Umso wichtiger ist jetzt dieser Schritt, denn die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sind die Voraussetzung dafür, dass wir gemeinsam mit Frankfurt und dem RMV sinnvolle und zukunftssichere Verkehrslösungen für Offenbach und die Region planen können.“

8. März 2021