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s/w Ansicht der östlichen Innenstadt
© Stadt Offenbach / Stadtarchiv
Im Jahr 1776 gründete der Buchbinder Joseph Anton Mönch, der bereits 1764 aus Stuttgart nach Offenbach gekommen war und in fürstlichem Dienste stand, seine eigene »Etuis- und Souvenirfabrik«. Weitere Offenbacher »Portefeuille-Fabriken« wurden bis zum Ende des Jahrhunderts gegründet. Diese beschäftigten Buchbinder, Portefeuiller, Galanteriesattler und Riemer, womit ein hochqualifiziertes Gewerbe entstand.
s/w Ansicht der östlichen Innenstadt
Die Offenbacher Firma Mayer & Sohn © Stadt Offenbach / Stadtarchiv

Innerhalb der Lederwarenindustrie gewann die Heimarbeit eine besondere Bedeutung mit der Herstellung von Kleinlederwaren. Solche Lohnarbeit, die in Offenbach selbst zu teuer gekommen wäre, sorgte in den ländlichen Vororten und im Umfeld der Stadt – beispielsweise in Mühlheim, Bieber, Obertshausen – für Beschäftigung.

Die Lederwarenindustrie des 19. Jahrhunderts war von einer stetig größer werdenden Vielfalt der Produkte geprägt: Portemonnaies, Brief- und Visitenkartentaschen, Damentaschen, Schmuckkästchen, Koffer, Necessaires für Haus und Reise, Fotografiealben und die Schuhfabrikation, um nur einige zu nennen. Es entwickelten sich Spezialbetriebe, die Leder beispielsweise pressten, prägten, färbten und vergoldeten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Offenbach zur deutschen Lederstadt mit Weltruhm geworden. In keiner anderen Stadt des Reiches wurde so viel Leder verarbeitet wie hier. Drei Viertel aller Mitglieder des reichsweiten »Verbandes der Portefeuiller und Ledergalanteriearbeiter« stammten aus dem Bezirk.

In der Lederherstellung, also der Gerberei und Färberei, war die Offenbacher Firma J. Mayer & Sohn bedeutend, die ein spezielles Verfahren zur Bearbeitung der Häute zur Anwendung brachte. Über 10.000 Menschen arbeiteten in der Lederindustrie. Die Branche erlebte ihren Höhepunkt.