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Der frühere Leiter des Büros der Stadtverordnetenversammlung Karl-Heinz Halle ist gestorben. Fast 25 Jahre - bis Februar 2004 -  war er für die Offenbacher Stadtverordneten tätig. Darüber hinaus hatte er auch die Geschäftsführung des Ausländerbeirats inne. Er wurde in Bad Kreuznach am 28. Februar 1940 geboren und heuerte nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei der Bundeswehr an. Er verpflichtete sich für zwölf Jahre. Danach wechselte er zur Stadt Offenbach – Frankfurt war ihm als Stadt zu groß. Nach diversen Lehrgängen und Laufbahnprüfungen begann er zunächst in der Kämmerei.

Schon zu dieser Zeit hat ihn die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung so fasziniert, dass er regelmäßig nebenbei in den Abendstunden als Protokollführer zur Verfügung stand. 1979 ist er dann ganz zum Stadtverordnetenbüro gewechselt. Die Leitung wurde ihm dann 1984 übertragen.

Bei seiner feierlichen Verabschiedung am 27. Februar 2004 im voll besetzten Sitzungssaal an der viele hochrangige Ehrengästen wie die damaligen Landtagsabgeordneten Tarek Al Wazir und Heike Habermann teilnahmen, hob der damalige Stadtverordnetenvorsteher Wirsing unter anderem hervor, dass Halle in seiner beruflichen Funktion die Fahne der Stadtverordnetenversammlung immer hochgehalten und sich dabei für deren Interessen eingesetzt hat.

Hohes Ansehen genoss Karl-Heinz Halle zudem bei allen Offenbacher Migrantenvereinen. Die Arbeit mit ihnen war ihm ein Herzensanliegen vor allem bei der Ausrichtung des jährlich auf dem Wilhelmplatz stattfindenden Kulturfests. Kurzfristig hatte er diese Aufgabe übernehmen müssen. Er organisierte fortan das Fest mit vollem Erfolg und koordinierte vorab immer ein Fußballturnier zwischen den ausländischen Vereinen. Der siegende Verein wurde auf dem Fest geehrt. Gerne hat Halle nach einem anstrengenden Festtag in den Zelten der Vereine gesessen und mit den Vereinsmitgliedern intensive Gespräche geführt. Dabei sind dauerhafte vertrauensvolle Beziehungen gewachsen. Er hat viel zur Integration in dieser Stadt mit beigetragen und den Ausländerbeirat immer in allen Belangen unterstützt, erinnert sich der bisherige Vorsitzende des Ausländerbeirates Abdelkader Rafoud.

In einem Ehrenamt blieb der Wahloffenbacher der Stadt bis zuletzt erhalten, im Naturschutzbeirat. Karl-Heinz Halle war hier seit 1981 Mitglied, davon in den Jahren 2005 bis 2011 Vorsitzender. Der passionierte Angler setzte sich bis zuletzt für die Belange des Naturschutzes ein. Kurz vor Ostern dieses Jahres ist er im Alter von 81 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

Halle bleibt in Erinnerung als exzellenter Organisator und Kenner des kommunalen Verfassungsrechtes. Obwohl sein Ausscheiden aus dem städtischen Dienst schon einige Zeit her ist wird er vielen noch als langjähriger Vertreter des Schiedsmannes und als rühriges Mitglied des Naturschutzbeirates in Erinnerung bleiben.

16. April 2021