Sprungmarken
Suche
Suche

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Offenbacher Ehrenbürger Walter Frank am 29. April im Alter von 86 Jahren überraschend verstorben. Eine Trauerfeier am 13. Mai um 10:30 Uhr in der Halle des Alten Friedhofes wird Gelegenheit zum letzten Abschied geben. Die Beisetzung findet später im engsten Familienkreis statt.

Walter Frank hat seine letzten Jahre in bescheidener Zurückgezogenheit verbracht. Repräsentativen Auftritten kam er lustlos nur dann noch nach, wenn es sich nicht vermeiden ließ.

Das war so selten der Fall, dass sein Bild in der Öffentlichkeit allmählich verblasste. Dabei hat der in Beerfelden im Odenwald geborene Offenbach seiner Stadt viele Jahre mit Hingabe gedient, von 1960 bis 1977 als Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung.

In der Kommunalpolitik aktiv war der Sozialdemokrat Frank bereits seit 1952. Als Vorsteher genoss er den Respekt auch politisch Andersdenkender. „Unter Ihrer Stabführung haben wir uns immer wohl gefühlt“, sagte bei Franks Verabschiedung der damalige CDU-Sprecher Josef Petermann. Er verband das mit der Hoffnung, das gute menschliche Klima aus Franks Vorsteherzeit möge der Offenbacher Kommunalpolitik erhalten bleiben.

Auch Franks Nachfolger Dr. Bruno Knapp von der CDU zeigte Hochachtung: „Sie haben in Offenbach tiefe Furchen gezackert!“ Die Arbeit für die Stadt leistet der Bürger Frank als Ehrenamt. Sein Brot verdiente er als Leiter der Schulabteilung in der Verwaltung des Landkreises Offenbach. „Ich leben den Spagat zwischen Stadt und Kreis.“, pflegte er zu sagen.

Man hat Walter Frank mit Auszeichnungen bedacht. Sie galten seinem Verantwortungsbewusstsein als teilhabender Bürger, seiner Fairness und Gradlinigkeit, seinen Verdiensten um die Städtepartnerschaft oder der langjährigen Mitarbeit im Verwaltungsrat der Sparkasse. Die Ehrungen nahm er stets mit Anzeichen von Verlegenheit an.

Zu seinen stehenden Redensarten gehörte ein leicht verdrossenes: „Macht nicht so viel Gesumms!“.

Lothar Braun, 04.05.2011