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Offenbach am Main, 6. September 2020 – Die Corona-Pandemie verläuft in Deutschland bisher in Wellen. Nach meist lokalen Ausbrüchen gelang es immer wieder, diese einzudämmen. Jetzt ist die Stadt Offenbach seit Mittwoch, 2. September, wieder unter einer Inzidenz von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und damit im „grünen Bereich“ des Eskalationskonzeptes des Landes Hessen. Am Sonntag, 6. September, lag die Inzidenz bei 17,9 (Infektionen auf 100.000 Einwohner). Bleibt diese Zahl bis Mittwoch 9. September unter 20, ist die „zweite Welle“ in Offenbach eingedämmt. Offenbach ist damit kein Hot Spot mehr.

Im Eskalationsstufenkonzept des Landes Hessen sind die Schwellenwerte 20, 35, 50 und 75 definiert. Ist ein Schwellenwert einmal überschritten, kann eine Kommune die entsprechende Warnstufe erst verlassen, wenn der Schwellenwert mindestens 7 Tage hintereinander unterschritten wurde. Hintergrund ist die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Infektionskrankheit. Wenn in einer Stadt hohe Infektionswerte vorlagen, schlummert das Risiko mindestens noch zwei Wochen lang unter den Menschen. In Offenbach erkrankten erst am Donnerstag wieder drei Kontaktpersonen nach 13 Tagen Inkubationszeit. Ein Indiz, dass eine Quarantäne von 14 Tagen angemessen ist. Der Schwellenwert des Eskalationskonzeptes von 35 wurde in Offenbach am Freitag, 4. September, den siebten Tag hintereinander unterschritten. Der Verwaltungsstab hat daher Lockerungen beschlossen, die am morgigen Montag in Kraft treten.

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, seine Magistratskollegen und die Mitarbeiter des Corona-Verwaltungsstabes freuen sich über die positiven Entwicklungen der letzten Tage: „Der starke Rückgang der Neuinfektionen zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen für die Stadt Offenbach sinnvoll und notwendig waren. Ganz besonders danken wir aber allen Offenbacherinnen und Offenbachern, die die Maßnahmen und die Lage in der Stadt ernst genommen, ihre Kontakte reduziert und sich an die Regeln gehalten haben. So konnten gemeinsam ein Ausbreiten des Virus und ein weiterer Anstieg an Infektionen verhindert werden.“

Maßnahmen haben funktioniert

Bürgermeister Peter Freier ist zufrieden über die rückgängige Zahl der Neuinfektionen und ermahnt die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zur Vorsicht und aktiver Mithilfe: „Die Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Personenzahlbegrenzungen im öffentlichen Raum und die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler trugen ihren großen Anteil dazu bei, dass die Zahl der Neuinfektionen rapide gefallen ist. Das ist für uns natürlich ein Zeichen, dass die Maßnahmen funktioniert haben. Dennoch ist es jetzt besonders wichtig, weiterhin alle geltenden Regeln einzuhalten, um möglichst lange die Inzidenz von rund 20, oder sogar darunter zu halten.“ Nur durch die Einhaltung aller geltenden Maßnahmen sowie die Beachtung der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln könne das Corona-Infektionsgeschehen in Offenbach langfristig eingedämmt werden. Die Kolleginnen und Kollegen der Stadtpolizei erhalten derzeit viele E-Mails und Anrufe und Meldungen über fehlende Masken, die sie sorgfältig abarbeiten.

Gesundheitsdezernentin Sabine Groß erläutert die gesundheitlichen Details: „Wir hatten am 25. August noch eine Inzidenz von 59. Das ist liegt weniger als zwei Wochen zurück. Das Virus ist noch nicht weg. Reiserückkehrer sind meist jung und gesund, denn nur wenn die Menschen gesund sind, gehen sie auf Reisen. Das bedeutet aber auch, dass diese meist symptomfrei eine Infektion überstehen und dennoch ansteckend sind. Die weitere Verbreitung und das Überspringen des Virus auf Vorerkrankte und ältere Menschen zu verhindern, ist weiter unser Ziel. Das gelingt uns nur, wenn alle weiter solidarisch sind und Rücksicht nehmen. Die Einhaltung der Quarantäne und der Maskenpflicht, zum Beispiel in den Bussen, sind derzeit besonders wichtig, daher werden hier verstärkt Kontrollen erfolgen.“

Keine Einschränkung mehr für Sport

OB Schwenke, der auch Sportdezernent ist, freut sich über eine bedeutsame Lockerung für den Sport: „Was hessenweit schon ab dem 1. August möglich war, ist in der aktuellen Lage der Pandemie jetzt endlich auch in Offenbach möglich: es kann wieder Kontaktsport ausgeübt werden und damit auch Handball oder Fußball gespielt werden. Mit dem heutigen Wissen scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis uns auch wieder eine weitere Corona-Welle erfasst. Erfreulicherweise haben wir diese bisher immer in den Griff bekommen. Ich wünsche mir jetzt sehr, dass der Herbst und eine mögliche nächste Welle ein wenig auf sich warten lassen.“

Keine Masken mehr im Unterricht

Insbesondere die Regelung zur Maskenpflicht für Kinder und Jugendliche im Unterricht führte zu einigen Diskussionen. Dennoch ist sich Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß sicher: „Die Entscheidung für eine Maskenpflicht im Unterricht war richtig und sinnvoll. So konnten lediglich vereinzelt Schülerinnen und Schüler bei einem Corona-Verdacht in Quarantäne geschickt werden. Schulschließungen waren nur deshalb nicht notwendig.“ Für Grundschüler wurde die Maskenpflicht im Unterricht bereits vor dem 6. September aufgehoben. Für die weiterführenden Schulen entfällt die Maskenpflicht ab Montag.

Alltag mit Corona

„Jetzt“, so die Gesundheitsdezernentin Groß, „können die Bürgerinnen und Bürger auch wieder ihren neuen Alltag mit Corona leben. Das Risiko in Offenbach ist nicht mehr größer als in anderen Orten. Wer die AHA-Regeln einhält, also Abstand zu anderen Menschen wahrt, die Hygienemaßnahmen beachtet und eine Alltagsmaske trägt, muss sein Leben in der Stadt jetzt nicht mehr darüber hinaus zusätzlich einschränken: Unternehmen Sie ruhig auch wieder einmal etwas Schönes und gehen zum Beispiel essen in ihrem Quartier, verbringen Sie Zeit draußen. So oft das Wetter es zulässt.“

Sowohl die gastronomischen Betriebe als auch der Einzelhandel in Offenbach haben Hygienekonzepte erarbeitet, um Kundinnen und Kunden vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Wer auf genügend Abstand achtet und die Maskenpflicht einhält, kann beruhigt einkaufen oder essen gehen. Unter dem Link www.offenbach.de/forum-einzelhandel finden Offenbacher und Offenbacherinnen zudem verschiedene Geschäfte in der Stadt, die teilweise ihre Produkte nach Hause liefern. Gastronomische Betriebe und Einzelhändler, die einen Lieferservice bieten, können ihre Einträge auf der Seite www.offenbach.de/liefern aktualisieren, falls sich Änderungen ergeben haben.

Oberbürgermeister Schwenke ist vorerst erleichtert: „Man muss lernen mit Corona zu leben und in der Welt mit Corona ändert sich leider oftmals kurzfristig die Lage. Doch dass sich die Lage in kurzer Zeit, mit den passenden Maßnahmen und der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger auch verbessern kann, ohne das öffentliche Leben komplett lahm zu legen, das hat Offenbach die letzten Tage bewiesen.“

Mehr Besucher

„Weil jetzt in städtischen Gebäuden wieder die Regel gilt „3 Quadratmeter pro Person“ können ab Montag auch im Capitol wieder mehr Menschen den Kleinen Offenbacher Kultursalon besuchen. Davon profizieren direkt die Künstlerinnen und Künstler, weil die Einnahmen aus den Tickets direkt an sie gehen“, informiert Schwenke (mehr dazu unter https://www.capitol-online.de/kultursalon-capitol-uebersicht.php) Auch Konzerte, Vorträge, Bücherfeste und Ausstellungseröffnungen im Klingspor Museum, im Haus der Stadtgeschichte und dem Filmklubb können jetzt bis zu 40 Prozent mehr Menschen genießen (mehr Veranstaltungen unter https://t1p.de/y5g8 auf offenbach.de). Für alle Veranstaltungen ist vorher der Kartenkauf oder die Anmeldung notwendig. 

Solidarität während der Kontaktbeschränkungen

Für ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen gibt es seit Mitte März die Möglichkeit, eine ehrenamtliche Einkaufshilfe in Anspruch zu nehmen, die vom Freiwilligenzentrum im Auftrag der Stadt koordiniert wird. Bisher haben sich mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger dazu angemeldet und ihre Unterstützung angeboten. Insgesamt sind rund 80 Anfragen von Menschen eingegangen, die ihre Einkäufe wegen der Kontaktbeschränkung nicht selbst erledigen können und auf Hilfe von außen angewiesen sind. Die Offenbacher Tafel wurde ebenfalls durch das Hilfsangebot durch die Auslieferung von Lebensmitteln an Bedürftige unterstützt. Dies zeigt, dass Solidarität und Hilfsbereitschaft über Alters- und Kulturgrenzen trotz der schwierigen Corona-Zeit in Offenbach sehr gut funktioniert.

Hintergrund

Am 25. August lag die 7-Tage-Inzidenz bei einem Wert von 59 Infizierten pro 100.000 Einwohnern, dem höchsten jemals in Offenbach gemessenen Wert seit Beginn der Pandemie. Zu diesem Zeitpunkt waren in der Stadt Offenbach 115 Menschen gleichzeitig aktiv infiziert. Die meisten Infektionen stammten von Reiserückkehrern. Nicht alle von Ihnen waren direkt in Quarantäne, da unter ihnen auch Reiserückkehrer waren, die nicht in Risikogebieten gewesen sind und sich freiwillig hatten testen lassen. Diese liefen – auch auf Grund der Testpanne in Bayern – in der Spitze bis zu elf Tage ansteckend durch Offenbach. Mit dem Eintritt Offenbachs in die vierte Stufe des hessischen Eskalationsplanes, hatte der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach daher umgehend reagiert und zahlreiche Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und zur Eindämmung des Infektionsgeschehens in Offenbach beschlossen. Mit den sinkenden Zahlen der Infizierten konnte zunächst die Stufe 50 und dann die Stufe 35 sowie zuletzt sogar die Stufe 20 unterschritten werden. Erst wenn eine Stufe sieben Tage in Folge unterschritten ist, kann eine Region oder Kommune wieder Lockerungen beschließen. Deshalb hat die Stadt Offenbach nach Ablauf dieser sieben Tage für die Stufe 35 umgehend Lockerungen beschlossen.

Das waren die Einschränkungen:

Eine beschränkte Gruppengröße im öffentlichen Raum, eine Sperrstunde von null bis sechs Uhr für die Gastronomie, der begrenzte Zugang zum Waldschwimmbad und die Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht. Ergänzt wurden die Maßnahmen durch eine umfassende öffentliche Informationskampagne der Stadt Offenbach. Plakate im gesamten Stadtgebiet informieren Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Sprachen über Maßnahmen und Regelungen bei Reiserückkehr oder Corona-Verdacht. Zusätzlich wurden Informationen in rund 13 Sprachen über Busse, Reisebüros, Vereine, Wohnungsbaugesellschaften, Schulen und Kindertagesstätten im ganzen Stadtgebiet verteilt. In zwei live übertragenen Pressekonferenzen wurde zusätzlich informiert.

Das sind die gelockerten Regeln ab dem 7. September:

  • An Schulen entfällt die Maskenpflicht im Unterricht
  • Sportunterricht und Sport kann wieder normal nach en hessischen Vorgaben erfolgen: Der Trainings- und Wettkampfbetrieb ist unter Beachtung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene sowohl als Individual-, als auch als Kontaktsport möglich. Zwischen den Sportlerinnen und Sportlern muss der Mindestabstand nicht eingehalten werden. Eine Beschränkung der Gruppen- bzw. Teilnehmergröße findet nicht mehr statt.
    (Mehr unter https://wirtschaft.hessen.de/wirtschaft/corona-info/was-ist-wieder-erlaubt-was-nicht#Sportbetrieb)
  • Öffentliche Veranstaltungen sind bis 250 Personen erlaubt.
  • Das Waldschwimmbad kann wieder 500 Gäste pro Zeitfenster empfangen
  • Sperrzeit gilt wieder die gesetzliche von 5 bis 6 Uhr
  • Teilnehmerzahl in außerschulischen Bildungsangeboten bleibt auf 15 begrenzt, Abstand 1,5 Meter ist einzuhalten, Maske muss nicht getragen werden
  • Städtische Veranstaltungen werden mit 3 Quadratmeter pro Person berechnet

Diese Beschränkungen werden verlängert:

  • In Gaststätten ist eine Maske zu tragen, wenn nicht am Tisch gesessen wird.
  • Private Veranstaltungen sind auf bis zu 50 Personen zu begrenzen
  • Zum besonderen Schutz der stärker gefährdeten Menschen gelten in Einrichtungen wie Altenheimen die bisherigen Besuchsregeln, z.B. Treffen nur in Allgemeinräumen oder im Freien.
  • Maske tragen in Sport- und Kultureinrichtungen Vereinsräumen, Umkleide-, Sanitärräumen, bei Gottesdiensten und Aufenthalt in Kirchen, Moscheen und Synagogen

Bildinformation

Hochauflösende Screenshots aus dem Erklärvideo zur 7-Tag-Inzidenz mit Erläuterung zur Berechnung der Inzidenz und zur Dauer der Einschränkungen nach Unterschreiten der Eskalationsstufen.

Videoinformation

Ein Video zur Erklärung der 7-Tage-Inzidenz gibt es unter diesem Link auf YouTube. Die Rechte liegen bei der Stadt Offenbach am Main.

7-Tage-Inzidenz: Was ist das eigentlich? Was bedeutet das für mich? © Stadt Offenbach am Main