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Wo die Save in die dort zwei Kilometer breite Donau mündet, scheidet sie den Kern Belgrads von dem selbständig verwalteten Stadtbezirk Zemun. Es trug den Namen Semlin, als 1717 der Reichsfeldmarschall Prinz Eugen von dort aus für den Kaiser die türkische Festung Belgrad belagerte und eroberte.

Generationenlang lag Zemun dann an der Grenze zwischen dem Reich des Sultans und dem des Kaisers, an der Grenze zweier Welten. Diese Lage führte zum ungewöhnlich starken Wachstum einer jüdischen Gemeinde. In Zemun fanden jüdische Emigranten aus dem osmanischen Reich Freiheit und Schutz. Die politische Grenze, die Belgrad und Zemun bis 1918 trennte, vermochte die enge Bindung beider Städte nicht zu lösen.

Nach dem Ersten Weltkrieg schloss Zemun sich wie in Selbstverständlichkeit an Belgrad an. Heute stellt es sich dar als eine Industrie- und Handelsstadt, stark in Chemie, Elektronik und Fahrzeugbau. Die Universität Belgrad unterhält in Zemun unter anderem ihr naturwissenschaftliches Institut. Ein Kongress-, Geschäfts- und Kulturzentrum mit dem Namen „Save-Zentrum“ bietet seine Dienste an.

Die Wirtschaft der Stadt hat stark unter den Folgen der Zerfallsprozesses Jugoslawiens gelitten. Aus den 120.000 Einwohnern des Jahres 1990 sind, vor allem durch Kriegsflüchtlinge, etwa 181.000 geworden. In der sanierten Altstadt konnte das Flair alter Zeiten bewahrt werden. Historische Gebäude, unter anderen die Ruine eines mittelalterlichen Schlosses, Kirchen und Denkmäler füllen die Liste der Sehenswürdigkeiten.

Die Theatertradition der Stadt lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Ansehen genießt eine Puppenbühne. Eine internationale Karikaturen-Ausstellung führt regelmäßig Künstler in die Stadt.