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Saint-Gilles-lez-Bruxelles ist ein selbstständiger Stadtteil im Süden der belgischen Hauptstadt und zählt etwa 44.000 Einwohner. Seine Wirtschaftskraft bezieht er aus Schuh- und Lederwaren, Arzneimittel-Herstellung und Dienstleistungen.

Die Schwertlilie im Stadtwappen erinnert nicht nur an die einst sumpfige Umgebung, in der die Lilie üppig blühte. Sie weist auch auf eine bewegte Geschichte hin. Diese Lilie zierte das Zepter der Nachkommen Karls des Großen. Auch das jenes Karls von Frankreich, den Kaiser Otto II. im Jahr 977 zum Herzog von Nieder-Lothringen ernannte. Karl hatte in „Bruoczella“ ein befestigtes Lager angelegt, das er 979 zur Hauptstadt seines Herzogtums erhob. 979 gilt deshalb als Gründungsjahr der Stadt Brüssel.

Unser Saint-Gilles war eine ländliche Siedlung mit Wein und Gemüseanbau, als es 1222 die Stadtrechte erhielt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde daraus eine Industrie- und Handelsstadt. Wer Saint-Gilles betrachtet, hat im Blickfeld Brüssel, das seinen Rang nicht nur aus der Funktion als Hauptstadt der Europäischen Union bezieht. Es ist ein internationales Handelszentrum mit zahlreichen wichtigen Messen und steht als Kongresszentrum auf dem dritten Platz in der Welt.

Unter den Finanzmärkten nimmt es den 7. Platz ein. Mehr als 2000 ausländische Firmen sind in Brüssel vertreten, darunter 1400 amerikanische Niederlassungen und 60 ausländische Banken. Hinzu kommen zahlreiche Berufsverbände mit internationalen Interessen. Doch auch produzierendes Gewerbe ist zu nennen. Etwa 20 Prozent des gesamten belgischen Exports kommen aus der Region Brüssel.

Gesteigert wird Brüssels Gewicht durch die Institutionen der EU, durch die Ansiedlung von mehr als 120 internationalen Regierungsorganisationen und etwa 1400 international aktiven Organisationen ohne Anbindung an eine Regierung. 159 Botschaften und 2500 Diplomaten weisen Brüssel als wichtiges diplomatisches Zentrum aus. Brüssel ist Sitz der EU-Kommission und ihr untergeordnetere Gremien. Das Europa-Parlament tagt hier.

Nicht zu übersehen sind auch die Reize des Stadtbildes. Das Rathaus im Stil der französischen Renaissance genießt Bewunderung. Die Grande Place mit ihren prachtvollen Bauten gilt als einer der schönsten Plätze Europas.

Natürlich hat Saint-Gilles auch Anteil am hohen Ansehen der Brüsseler Gastronomie, von der die Mitarbeiter der EU-Behörden ebenso schwärmen wie die Touristen.

Saint-Gilles 1956 begründete Mitgliedschaft im Partnerschaftsring gilt seit Mitte der 80er Jahre als ruhend, ohne aufgelöst zu sein.