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In ihrer 100-jährigen Tradition stand bei der GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach GmbH der Stadtwerke Offenbach über viele Jahre hinweg der Bau neuer Wohnungen an erster Stelle. Jetzt im Jubiläumsjahr 2021 hat der Neubau von günstigem Wohnraum wieder oberste Priorität.

„Es ist eine breit getragene politische Entscheidung, dass die Stadt Offenbach ein solches Instrument wie die GBO im Besitz hat, mit dem wir positiven Einfluss auf den Mietspiegel nehmen können. Davon profitieren nicht nur die Menschen, die in den bestandseigenen Wohnungen zuhause sind, sondern alle Offenbacher Mieter.“
Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Felix Schwenke.

Bestand umfasst rund 5.000 Wohnungen

Bei ihrer Gründung am 31. Dezember 1921 besiegelten die beteiligten Vertreter oder Inhaber von teilweise bis heute bekannten Unternehmen sowie Bürgermeister Heinrich Aull ihre Absicht, Kleinwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen zu bauen und den Bau solcher Wohnungen zu fördern. 1923 entstand das erste Haus der am 31. Dezember 1921 gegründeten Baugesellschaft in der Lilistraße 63. Auf rund 5000 Wohnungen, darunter zuletzt rund 2150 geförderte, wuchs ihr Bestand bis Anfang 2021 an. 

In den 1990er Jahren bis 2014 hatte die GBO weitgehend mit dem Bauen pausiert. Die Gebäude Ostpol und Lichtpol wurden zwischen 2005 und 2009 umgebaut, 2013 entstand ein Studentenwohnhaus. Doch vor allem wurde in den Bestand investiert. Ein großes energetisches Sanierungsprogramm mit aufwendiger Gebäudedämmung läuft bis heute, es wurde und wird weiter modernisiert.

Nachverdichtung im innerstädtischen Raum hat ihre Grenzen

Außenanlage des Holzhybrid-Haus in der Brandenburger Straße
Eines der Holzhaybridhäuser der GBO steht in der Brandenburgerstraße. © SOH
Die Kappushöfe sind fertiggestellt
Auf dem ehemaligen Gelände der Seifenfabrik Kappus sind 32 neue GBO-Wohnungen entstanden. © Monika Müller

Seit dem Bau eines Mietshauses auf dem Buchhügel 2014 hisst die GBO wieder häufiger den Richtkranz. Die Neubauten stehen vor allem auf großzügigen Freiflächen zwischen gesellschaftseigenen Bestandsbauten. Darunter sind inzwischen fünf weit über die Grenzen Offenbachs hinaus beachtete Holzhybridhäuser, errichtet mit nachhaltigem Baustoff und in schneller Modulbauweise. Doch die Nachverdichtung im innerstädtischen Raum hat ihre Grenzen, größere Bauprojekte waren wegen fehlender Grundstücke bisher nicht möglich.

Zuletzt konnten in Kooperation mit dem Investor Kondor Wessels 32 Wohnungen auf dem Areal der Kappus-Höfe gebaut werden. Sie werden seit April 2021 bezogen. Die 19 Wohnungen, die im Rahmen einer Nachverdichtung zwischen Odenwaldring und Weikertsblochstraße gebaut wurden, sind jetzt im Mai bezugsfertig.

Es sei ihm persönlich wichtig, dass in der wachsenden Stadt gerade auch Bürgerinnen und Bürger mit geringem und mittlerem Einkommen bezahlbare Wohnungen finden, sagt Schwenke. Ende 2020 hatte GBO-Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp in Absprache mit dem OB als ersten Baustein der Strategie für bezahlbares Wohnen ein millionenschweres Zehn-Jahres-Programm zum Erhalt öffentlich geförderter Wohnungen bei der GBO auf den Weg gebracht. Damit bleiben 824 öffentlich geförderte Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft dauerhaft bezahlbar.

GBO erhielt acht städtische Grundstücke zum Bau neuer Wohnungen

„Zur Sicherung des Bestands kommt nun im Jubiläumsjahr der GBO ein weiterer Baustein für bezahlbares Wohnen hinzu. Stadt und Baugesellschaft haben einen Weg gefunden, in Offenbach auch für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen wieder in größerem Umfang zu bauen“, so OB Schwenke. Möglich wird dies durch eine Einlage von acht städtischen Grundstücken in Bürgel-Ost, Bieber-Nord und An den Eichen in das Vermögen der GBO. Auf insgesamt rund 10.000 Quadratmeter großen freien Grundstücken kann die Baugesellschaft nun wieder mehr klotzen statt kleckern. Wohnungen in zumindest niedriger dreistelliger Zahl sollen darauf entstehen. Die Geschäftsführung der GBO arbeitet derzeit an der Vorlage eines entsprechenden Bauprogrammes.

"Mietsteigerung in Offenbach bremsen"

„Mit jeder dieser Wohnungen kann die GBO  noch stärker als bisher die Mietsteigerung in Offenbach bremsen“, sagt Schwenke über die Bedeutung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Schwenke verweist darauf, dass darüber hinaus die GBO in ihrem Besitz auch Gebäude hat, die für die Lebensqualität, die wirtschaftliche Zukunft und den Zusammenhalt der gesamten Stadtgesellschaft Bedeutung haben. „Stadthalle und Capitol, Lichtpol und Gründerzentrum Ostpol, das Bürgerhaus in Rumpenheim sind Beispiele des gesellschaftlichen Engagements der Baugesellschaft. Darüber hinaus engagiert sich die GBO mit dem Projekt ,Besser leben in Offenbach‘ für die gesamte Stadt.“

Die GBO ist also in ihrem Jubiläumsjahr gut aufgestellt. Und in Zeiten hohen Wohnungsbedarfs kommt sie wieder so engagiert wie seit langem nicht mehr der Intention ihrer Gründer vor 100 Jahren nach: Günstigen Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen in Offenbach zur Verfügung zu stellen.

05. Mai 2021