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Im Auftrag der Stadtverordneten wurde ein Konzept zur Anpassung des Nahverkehrsplan erstellt. Hier finden Sie Antworten auf Fragen zur Anpassung.

Wie viel Geld wird eingespart werden und warum?

Aufgrund der Haushaltslage der Stadt Offenbach werden alle Haushaltspositionen aktuell auf den Prüfstand gestellt und in einigen Bereichen wird es Einsparungen geben müssen. Weil sich die Kosten des ÖPNV immer erst um ein Jahr verschoben im Haushalt widerspiegeln, die Kosten für 2022 also in Haushaltsjahr 2023 vom städtischen Haushalt übernommen werden, wurde dieser Bereich bereits jetzt in den Blick genommen.

Die Stadtverordneten haben vor diesem Hintergrund beschlossen, dass für das ÖPNV-Angebot im Jahr 2022 durch den städtischen Haushalt 5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden sollen und von der SOH 9 Millionen Euro und damit 1 Million mehr als ursprünglich geplant. Die Stadt bringt somit insgesamt 14 Millionen Euro für das Busangebot in Offenbach auf. Die weiteren Kosten werden im Wesentlichen durch Fahrgeldeinnahmen und Ausgleichszahlungen des RMV finanziert.

In der Planung für das Jahr 2022 wurde angenommen, dass durch den städtischen Haushalt insgesamt 10,8 Millionen Euro übernommen werden müssen. Darin war keine Corona-Kompensation durch Bundes- und Landesmittel eingerechnet. Diese kann mit nunmehr 3 Millionen Euro angenommen werden. Insgesamt 1,8 Millionen Euro werden durch eine Anpassung des Nahverkehrsplans in Form einer Verringerung der aktuellen Fahrleistung um zwei Prozent erzielt.

Damit stellen Stadt und Stadtwerke zusammen übrigens 8,33 Euro pro Einwohner und Monat für den ÖPNV zur Verfügung.

Was bedeutet das für das ÖPNV-Angebot?

Die Fahrleistung wird im Vergleich zur aktuellen Fahrleistung um rund 83.000 Kilometer im Jahr 2022 verringert  –  das entspricht etwa zwei Prozent der aktuellen Fahrleistung.

Der aktuelle Nahverkehrsplan, der von 2018 bis 2022 gilt, sah ursprünglich eine Ausweitung des Angebots um fast ein Drittel vor: Die Fahrleistung sollte gemäß Nahverkehrsplan von 3,5 auf 4,5 Millionen Kilometer pro Jahr erhöht werden. Seit 2018 wurde die Fahrleistung bereits um 500.000 Kilometer auf 4 Millionen Kilometer pro Jahr ausgedehnt. Die geplante Ausweitung um weitere 500.000 Kilometer wird nicht erfolgen. Im Vergleich zu 2018 wird es 2022 damit eine um 417.000 Kilometer vergrößerte Fahrleistung geben.

Jahr

Tatsächliche Fahrleistung

Veränderung

Dez. 17 – Dez. 18

3.500.000 km

 

Dez. 18 – Dez. 19

4.000.000 km

+ 500.000 km

Dez. 19 – Dez. 20

4.000.000 km

 

Dez. 20 – Dez. 21

4.000.000 km

 

Dez. 21 – Dez. 22

3.917.000  km

- 83.000 km

Vergleich 2018 zu 2022

 

+ 417.000 km

Übersicht über die Entwicklung der jährlichen Fahrleistung.

Wie wirken sich die Anpassungen auf Linienführung und Taktung der Stadtbusse aus?

Die Anpassungen erfolgen auf Grundlage einer Analyse der Fahrgastzahlen auf den einzelnen Linien zu den unterschiedlichen Tageszeiten. Die Anpassungen betreffen vor allem die Tagesrandzeiten. Auf den Linien 104 und 105 entfallen die Kurzfahrten zwischen Marktplatz und Anton-Bruckner-Straße, beide Linien fahren zukünftig versetzt im 15-Minuten-Takt, so dass auf Teilen der Strecke insgesamt ein 7,5-Minuten-Takt bestehen bleibt. Weitere Veränderungen zu den Hauptverkehrszeiten gibt es nicht. Das Neubaugebiet Bürgel-Ost wird zum Fahrplanwechsel wie geplant an das Liniennetz angeschlossen: Die Linie 108 fährt dann bis Bürgel-Ost, dadurch ergeben sich Änderungen auf dem Linienweg der Linie 106 und die Linie 107 verkehrt nicht mehr bis in die späten Abendstunden. Ab 20 Uhr wird es auf allen Linien einen 30-Minutentakt geben und ab 23 Uhr einen Takt von 60 Minuten. Alle Änderungen im Liniennetz sind im Detail unter www.offenbach.de/bus-und-bahn zu finden.

Was bedeutet die Anpassung für die Busfahrerinnen und Busfahrer von OVB und MMO? Gibt es Entlassungen?

Aufgrund der Anpassung der Fahrleistungen muss die Anzahl der Fahrerinnen und Fahrer bei OVB und MMO von aktuell 218 auf 204 reduziert werden. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch Fluktuation (z. B. Rente) ausscheiden. In fünf Fällen werden befristete Arbeitsversträge nicht verlängert. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung unterstützen diese Mitarbeiter, bei einem anderen Unternehmen angestellt zu werden.

Warum wird ein Teil der Fahrleistung weiterhin von einem Subunternehmer erbracht?

Mit dem Subunternehmer ist vertraglich vereinbart, dass dieser ab Dezember 2021 mit rund einer Million Kilometern pro Jahr etwa ein Viertel der Fahrleistung erbringen soll. Diese Leistung kann um maximal 25 Prozent, also 250.000 Kilometer gekürzt werden, anderenfalls droht eine Vertragsstrafe. Um Strafzahlungen auszuschließen, wird die Fahrleistung des Subunternehmers um rund 22 Prozent gekürzt. Da es im Laufe eines Jahres, zum Beispiel aufgrund von Baustellen, immer zu weiteren kleinen Anpassungen kommen kann, bleibt so ausreichend Spielraum.

Wie haben sich die Fahrgastzahlen seit Beginn der Corona-Pandemie entwickelt?

Zu Beginn der Pandemie sind die Fahrgastzahlen etwa um die Hälfte eingebrochen, in den Wintermonaten sind sie wieder auf etwa zwei Drittel des Vorjahresniveaus angestiegen. Mit den ersten Lockerungen der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sind die Fahrgastzahlen im Mai wieder stärker angestiegen und haben fast das Niveau von 2019 erreicht.

Wie sieht die Zukunft des ÖPNV in Offenbach aus?

Alle 5 Jahre wird ein neuer Nahverkehrsplan (NVP) erstellt. In diesen Prozess werden die Träger öffentlicher Belange eingebunden. Dazu gehören beispielsweise die Öffentlichkeit und die Stadtverordneten. Der aktuelle NVP gilt noch bis zum Jahr 2022. Für die Jahre 2022 – 2027 erarbeitet die Stadtwerke-Tochter NiO (Nahverkehr in Offenbach) mit Unterstützung zweier Verkehrsplanungsbüros gerade den neuen Nahverkehrsplan. Bereits im November 2020 erfolgte dazu eine Online-Bürgerbeteiligung, um Bedarfe und Wünsche von Bürgerinnen und Bürgern abzufragen.

Experten prüfen regelmäßig das Liniennetz im Hinblick auf neue Bedarfe. Dabei werden beispielsweise Veränderungen durch das Bevölkerungswachstum in Offenbach und die Entwicklung neuer Wohngebiete berücksichtigt. Auf dieser Grundlage werden Buslinien ausgeweitet oder die Linienführung angepasst. So wird zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 das Wohngebiet Bürgel-Ost durch die Buslinie 108 angeschlossen. Dadurch ergeben sich auch Änderungen auf dem Linienweg der Linie 106. Anpassungen im Liniennetz wurden auch in der Vergangenheit schon vorgenommen: Im Jahr 2010 wurde etwa die Linie 103 zum neuen Wohngebiet An den Eichen geführt und im Jahr 2013 wurde die Buslinie 108 eingeführt, die zwischen Marktplatz und Kaiserlei verkehrt und über den Nordring auch das neue Stadtviertel Hafen anbindet. Auch künftig wird die Struktur des Liniennetzes weiter angepasst werden, wo es sinnvoll ist.

16.07.2021