Sprungmarken
Suche
Suche

In der Produktion
In der Produktion waren auch Frauen und Mütter beschäftigt © Stadt Offenbach
Im späten 19. Jahrhundert reichte der väterliche Lohn den jungen Arbeiterfamilien oft nicht zum Unterhalt, die Ehefrauen mussten mitarbeiten. Sogenannte Kleinkinderschulen waren Sozialeinrichtungen, die berufstätigen Müttern gegen geringe Gebühren die Aufsicht über ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder abnahmen.

Beschreibung

Dies war auch im Interesse der Industriebetriebe, die ihre gut angelernten weiblichen Arbeitskräfte auch nach deren Heirat weiter beschäftigen wollten. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aber keine eigene Kinderbetreuung angeboten. Diese war der Kommune oder kirchlichen Einrichtungen überlassen. In Bieber übernahmen die katholischen „Schwestern von der göttlichen Vorsehung“ in einem 1893 dafür errichteten Gebäude diese Fürsorgeaufgabe. Auch, um kommunistische oder sozialdemokratische Arbeiterfamilien zum Glauben zurückzuführen. Von den ebenfalls bereits bestehenden privaten Kindergärten unterschieden sich die Kleinkinderschulen durch Gruppengröße, straffere Disziplin und Beitragshöhe. Auch außerhalb des Elternhauses wuchsen Bürger- und Arbeiterkinder getrennt auf und wurden unterschiedlich sozialisiert. In Offenbach befand sich eine vergleichbare Kleinkinderschule im Marienheim in der Krafftstrasse. Die Gebäude weiterer Kleinkinderschulen dieser Art wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Am Rebstock 11