Sprungmarken
Aktuelles Wetter:bedeckt21°C
Suche
Suche

Rainer Hack am Schreibtisch
Mit Spaß bei der Arbeit: Rainer Hack hat über zwei Jahrzehnte lang die Fahrpläne für die Offenbacher Verkehrs-Betriebe erstellt. © Jörg Muthorst/OVB
Zum Jahreswechsel verlässt Verkehrsplaner Rainer Hack nach insgesamt 37 Dienstjahren die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) und tritt in den Ruhestand.

Mehr als zwei Jahrzehnte hat er zusammen mit seinen Kollegen mit „maßgeschneiderten“ Fahrplänen dafür gesorgt, dass die Fahrgäste der Stadtwerke-Busse zuverlässig und pünktlich an ihr Ziel gelangen, dass sie guten Anschluss an die S-Bahn erhalten und im Stadtgebiet ein dichtes Haltestellennetz vorfinden.

Mit einem komplexen Räderwerk aus neun Stadtbuslinien und einer Flotte von 87 Fahrzeugen halten die OVB die Menschen in Offenbach mobil. Linienwege und Haltestellen, Takte und Anschlussverbindungen – all das muss punktgenau ineinandergreifen und minutiös geplant sein.

Lange Jahre war Rainer Hack (63) als Stellvertretender Leiter Betrieb dafür verantwortlich, die Vorgaben zu Umfang und Qualität des Stadtbusverkehrs aus dem jeweiligen Nahverkehrsplan der Stadt Offenbach in jährlich wechselnde Fahrpläne mit konkreten Linien-Umläufen umzusetzen. Dabei galt es, Linienvarianten, Taktung, Haltestellen-Positionierungen und anderes mehr immer wieder den aktuellen Anforderungen anzupassen.

Wenn man so will, ist das die „Königsdisziplin“ eines öffentlichen Mobilitätsdienstleisters wie der OVB. Denn an der computergestützten Verkehrsplanung orientieren sich die meisten Abläufe des Busbetriebes.

Die Verkehrsplanung liefert die Datenbasis für sämtliche  Fahrpläne, vom Fahrplanbuch bis zum Aushangfahrplan an den Haltstellen, sowie auch für die Datenversorgung der Buscomputer, von der Außenbeschilderung und Innenanzeige über die Lautsprecherdurchsage  bis hin zum Fahrscheindrucker, der mit aktuellen Tarifänderungen programmiert wird. Und selbstverständlich fließen all diese Daten in den Verbundfahrplan des RMV ein und stehen dort für Online-Auskünfte zur Verfügung. Darüber hinaus bilden die Verkehrsdaten die Grundlage für die Dienstplanung des Fahrpersonals und deren Lohnabrechnung.

"Urgestein" der OVB

Rainer Hack, gebürtiger Hanauer und Familienvater von zwei erwachsenen Kindern, zählt zum „Urgestein“ der OVB. Der gelernte KFZ-Elektroniker hatte zunächst im elterlichen Reisebus-Unternehmen in Hanau-Steinheim mitgearbeitet, im Büro, in der Werkstatt und im Fahrdienst. Rainer Hack: „Eine Arbeit rund um die Uhr.“ Schon mit 23 hatte er den Busführerschein erlangt, fuhr im Hanauer Schullinienverkehr oder ging mit den Hack-Reisebussen auf Auslandstouren bis Südfrankreich oder zum Nordkap.

1984 wechselte er als Busfahrer zu den Stadtwerken Offenbach, erkannte aber bald: "Das Linienfahren war nicht so mein Metier. Ich bin  eben doch  ein leidenschaftlicher Langstreckenfahrer." Vier Jahre später verließ er den Fahrdienst und überwachte als Verkehrsmeister in der OVB-Leitstelle den städtischen Busverkehr und behielt das Streckennetz im Blick. Nach und nach übernahm er Aufgaben bei der Verkehrsplanung. Sein Hobby, den Umgang mit dem PC, konnte er zum Beruf machen. 1999 wurde unter seiner Regie zusammen mit der IT ein völlig neues Planungssystem eingeführt. 2000 wechselte er vollständig in die Planungsabteilung.

"Ich hab's gern gemacht und immer Spaß an meiner Arbeit gehabt", sagt Rainer Hack rückblickend. Auch, wenn manche Herausforderung wie die Einführung neuer Betriebssoftware oder die zeitweilige Übernahme der Verkehrsplanung für die Mainmobil Frankfurt ihm schon mal die eine oder andere Überstunde abends oder am Wochenende beschert hat und aktuell die ständig anzupassenden Linienwege am einstigen Kaiserleikreisel viel Energie kosten.

Ende Februar 2021 ist offiziell Schluss. Das Wohnmobil ist schon bestellt. Sowie Corona es zulässt, soll es dann mit Ehefrau Ute auf große Auslandsfahrt gehen, wie früher mit dem Reisebus, nach Irland  und ans Nordkap oder an die französische Atlantikküste.

15. Dezember 2020